Untermieter erlaubt?

Ein freies Zimmer kann gutes Geld bringen

Ein Dauergast in der Mansarde: In diesem Fall kein Problem. Foto: Ullstein

München. Ein Kind zieht aus, ein Paar trennt sich: Plötzlich ist ein Zimmer frei. Also Platz für einen Untermieter? Dazu muss man wissen: Heimlich einziehen darf der „Neue“ nicht – sonst droht die fristlose Kündigung.

Wer als Mieter Fremde bei sich einziehen lässt, muss vorher den Eigentümer fragen. Allerdings darf der Vermieter normalerweise nicht ablehnen, wenn man „berechtigtes Interesse“ an der Untervermietung hat. Darauf weist der Deutsche Mieterbund hin. Ein finanzieller Engpass oder der Auszug eines Familienmitglieds sind schon Grund genug. Ebenso, dass der Partner zwecks Bildung einer Lebensgemeinschaft mit in die Wohnung ziehen will.

Man sollte also den Vermieter anschreiben, um schriftliche Erlaubnis bitten und dabei den Untermieter namentlich benennen.

Eine Überbelegung der Wohnung muss der Vermieter aber nicht dulden. Und er darf die Erlaubnis auch verweigern, wenn er zum Beispiel um den Hausfrieden fürchten muss.

„Wer untervermietet, der spielt selbst Vermieter – das sollte man bedenken“

Mehr Menschen verbrauchen mehr Strom und Wasser: Der Vermieter kann also die Abschlagszahlungen anheben – etwa, wenn die Betriebskosten nach der Personenzahl verteilt werden.

Sollen nicht nur einzelne Zimmer, sondern gleich die ganze Wohnung untervermietet werden, hat der Vermieter ein Vetorecht. Sein „Nein“ muss er in so einem Fall nicht begründen.

„Wer untervermietet, der spielt selbst Vermieter, das sollte man bedenken“, betont die Rechtschutzversicherung DAS. Möglich ist zum Beispiel, dass ein Untermieter Schäden verursacht. Empfehlenswert ist es also, die Untervermietung vertraglich zu regeln, eine Kaution vom Untermieter zu verlangen – und sich zeigen zu lassen, dass seine Haftpflicht-Police für solche Fälle geradesteht.

Und wenn man sich dann doch nicht gut mit dem Untermieter versteht, er sich aber weigert, auszuziehen? Ein möbliertes Zimmer kann man laut DAS. jeweils spätestens am 15. eines Monats zum Monatsende kündigen. Für unmöbliert untervermietete Zimmer gilt meist eine Frist von sechs Monaten, wenn der Hauptmieter kündigen will. Der Untermieter kann sich mit einer Frist von drei Monaten verabschieden.

Übrigens: Wird der Hauptmietvertrag gekündigt, muss man selbst dafür sorgen, dass auch der Untervermieter die Wohnung rechtzeitig räumt. Das gilt auch, wenn der Vermieter eine zuvor erteilte Erlaubnis zur Untervermietung widerruft. Allerdings darf er den Mietvertrag dann nicht gleichzeitig fristlos kündigen, nur weil der Untermieter nicht sofort auszieht (BGH, 8.1.2014, VIII ZR 210/13).

Ein Spezialfall sind Touristen. Im Internet bot ein Mann in Berlin seine Zwei-Zimmer-Wohnung im Internet für Städtereisende an. Er besaß zwar eine Erlaubnis zur Überlassung an Dritte „ohne vorherige Prüfung“. Damit sind jedoch nicht Touristen gemeint, entschied der Bundesgerichtshof und verwies den Fall ans Landgericht Berlin zurück (BGH, 8.1.2014, VIII ZR 210/13).


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