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Manche Programme sind nützlich – manche gefährlich

E-Health: Was man über Gesundheits-Apps wissen sollte

Apps, die einen gesünder machen wollen, boomen. Aber wie seriös sind solche Programme, wie nützlich für Patienten oder gesunde Nutzer? AKTIV hat mit einer Expertin gesprochen und gibt nützliche Tipps.

Erste Hilfe: Wichtiges Wissen kann jeder sofort zur Hand haben. Foto: Roth

Erste Hilfe: Wichtiges Wissen kann jeder sofort zur Hand haben. Foto: Roth

Düsseldorf. Apps rund um die Gesundheit boomen. Jeden Tag erscheinen neue Angebote. Die Bandbreite ist inzwischen riesig. Aber – was ist wirklich hilfreich?

Klar ist schon mal: Fundierte Erste-Hilfe-Apps etwa vom Deutschen Roten Kreuz oder solche, die einem schnell den Weg zum Arzt oder die nächste Apotheke anzeigen, können nicht schaden. Und Terminplaner wie zum Beispiel „App zum Arzt“ helfen, die Übersicht über Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, Zahnchecks und so fort zu behalten, praktisch vor allem für Familien.

Spezielle Mini-Programme etwa für Herzpatienten gelten als Medizinprodukte

Dann gibt es spezielle Apps, die als echte Medizinprodukte gelten und damit unter die Medizinprodukte-Richtlinie fallen: Sie sind zertifiziert, sie werden vom Arzt verschrieben und sogar von einigen Krankenkassen bezahlt. Zum Beispiel „Tinnitracks“ für Tinnitus-Patienten. Oder „CardioSecur“ für Menschen mit Herzproblemen: Diese App und ein paar Elektroden machen das Smartphone zum portablen EKG!

Gegen alle diese Helfer hat Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen natürlich nichts. Aber solche Apps sind eben nur ein Teil des gigantischen Angebots. Da gibt es etwa Apps, die mal eben konkrete Handlungsanweisungen bei bestimmten Symptomen geben. Für den Laien ist aber oft nicht zu erkennen: Ist die App seriös? Welches medizinische Know-how steckt bei den Machern dahinter? Wie aktuell sind die Infos?

„Bei vielen Apps sind Softwareentwickler ohne medizinische Kenntnisse die Urheber“, warnt Behrendt. Die Verbraucherzentrale NRW hat gerade Apps für Menschen mit Rückenbeschwerden getestet: In vielen Fällen fehlte der Hinweis, dass eine App nicht den Gang zum Arzt ersetzen kann. Und einen Hinweis auf den Urheber gab es meistens auch nicht.

Apps können den Arzt nicht ersetzen

Ähnlich sieht es bei den Apps aus, die Hausmittel gegen Erkältungen bündeln: Befolgt man einfach nur deren Tipps, können gefährliche Erkrankungen verschleppt oder verschlimmert werden! „Alles in Sachen Diagnostik und Therapie ist schwierig“, so die Expertin, „das muss normalerweise immer zertifiziert werden. Aber bei der Fülle ist es fast unmöglich, alles sofort unter die Lupe zu nehmen.“

Es gibt aber noch einen anderen Haken: „Schon eine Tagebuchfunktion kann problematisch sein“, so Behrendt, „sobald ich Symptome intensiv beobachte, macht das ja etwas mit mir und meinem Körper. Und wenn ich zum Beispiel den Blutdruck messe und die Werte in eine App eingebe, sollte ich daraus nicht unbedingt Schlussfolgerungen ziehen, da muss ein Arzt beraten.“ Den Doktor hat man also noch nicht in der Hosentasche.

Empfehlenswerte Mini-Anwendungen

  • Apotheke vor Ort oder Apothekenfinder: Die nächstgelegene Apotheke wird angezeigt – hilft auch bei der Suche nach Notfall-Apotheken.
  • Erste Hilfe DRK: Die App vom Deutschen Roten Kreuz erklärt die im Notfall geeigneten Maßnahmen. Notruf absetzen geht aus der App heraus.
  • Pollen: Österreichische Behörden liefern eine Pollenflugvorschau für die nächsten drei Tage – auch für Deutschland und andere Staaten.
  • Medisafe: Erinnert an die Einnahme von Medikamenten oder der Anti-Baby-Pille. Für Familien interessant, aber auch für Senioren.

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