Wissen ist wieder in!

Die Smartphone-App „Quizduell“ ist das „Wer wird Millionär“ der Online-Welt

Köln/Mülheim. Was kommt aus Schweden und fesselt derzeit Millionen Deutsche? A: ein Möbelhaus, B: Pippi Langstrumpf, C: Quizduell. Die richtige Antwort ist C. Und Schuld daran ist der Rapper Sido. Er entdeckte beim „Quizduell“ eine Frage über sich und postete sie im letzten Dezember auf Facebook. Seitdem verbreitet sich die Smartphone-App wie ein Lauffeuer.

Das Prinzip ist simpel: Man sucht sich online einen Gegner. Wer die meisten Fragen richtig beantwortet, gewinnt. Es gibt zwar kein Geld wie beim Fernseh-Quiz „Wer wird Millionär?“, das seit Jahren gute Quoten einfährt. Aber man kann aufsteigen, auf der internationalen Rangliste der App.

Wissen ist wieder in. Schließlich bringt spielerisches Lernen auch im Job eine Menge, sagt Marcus Bösch. Der Kölner Entwickler ist Spezialist für „serious games“, für ernsthafte Computerspiele.

Die Leistungsbereitschaft lässt sich spielend steigern

„Die jüngeren Leute erreicht man über solche Angebote viel besser als mit den alten Lehrmethoden“, erklärt Bösch, dessen junges Unternehmen „The Good Evil“ Lernspiele produziert. In den USA sei es längst normal, dass auch Medizinstudenten mit spielerischen Methoden ausgebildet werden. „Spielen heißt lernen, und zwar immer“, sagt Bösch. Deshalb seien spielerische Elemente ein wichtiges Mittel, um den persönlichen Lernwillen und die Leistungsbereitschaft aufrechtzuerhalten.

Ein Prinzip, auf das mittlerweile auch Betriebe in Deutschland setzen: „Schließlich steigern Spiele die Motivation“, sagt Jörg Niesenhaus, der sich auf die Nutzung spielerischer Elemente in Produktionsprozessen spezialisiert hat.

Zum Beispiel in einer Stahlfirma. Dort ließ er die Mitarbeiter, die in unterschiedlichen Schichten an derselben Maschine arbeiten, als Teams gegeneinander antreten. Effizienz wurde mit Punkten belohnt. „Das führte zu Zeitersparnis im gesamten Prozess.“ Und die Beschäftigten durften ihre Punkte am Ende in Freizeit umrechnen.

Doch das Spiel hat nicht nur die Leistung gesteigert, sondern auch Wissen vermittelt, über die Abläufe im Betrieb. „Ein bleibender Effekt ist die bessere Kommunikation in der Belegschaft“, stellt Niesenhaus fest.

Zeit sinnvoll nutzen – das ist auch eine Stärke von „Quizduell“. Hier kann man schließlich stundenlang mit dem guten Gefühl spielen, etwas dazuzulernen.

Besonders knifflig sind übrigens oft Fragen, die besonders einfach klingen. Wie die, wann sich der Stunden- und der Minutenzeiger auf der Uhr exakt senkrecht gegenüberstehen. Die richtige Antwort kannten nur 4,4 Prozent der Nutzer: 6 Uhr.

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