Weiterbildung

Die neue Lust am Lernen

Nur keine falsche Scheu: Auch ohne Abi darf man sich an ein Studium wagen. Foto: fotolia

Berufsbegleitende Studiengänge boomen

Hannover. In vielen Betrieben wird der Arbeitsalltag immer anspruchsvoller – klar, dass da mancher stöhnt. Aber, so die verblüffende Folgerung des Bildungsministeriums: „Für viele Arbeitnehmer ergeben sich daraus große Chancen.“ Durch berufliche Weiterbildung nämlich. Und die liegt absolut im Trend!

„Angebot und Nachfrage haben sich enorm vergrößert“, sagt Karl-Heinz Minks, Arbeitsbereichsleiter am Institut für Hochschulforschung in Hannover, „das sieht man allein schon an den privaten Hochschulen.“ Deren Zahl hat sich seit 2002 von 51 auf 111 mehr als verdoppelt.

„Es gibt so viele berufsbegleitende Studiengänge wie noch nie“, weiß Minks. Rund 1 000 seien es inzwischen. Um diese neue Chance zu nutzen, betont er, „braucht man nicht unbedingt Abi oder Fachabi – das wissen nur viele nicht“.

Wer lernt, lebt länger

Und in den Firmen rennen Lernwillige offene Türen ein: Das zeigte eine Forsa-Umfrage für die Fernschule ILS unter rund 300 Personalchefs. Fast alle „begrüßen“ Weiterbildungsvorschläge ihrer Mitarbeiter. Unter anderem ging es auch um Kostenbeteiligungen und Freistellungen etwa für Klausuren. Forsa-Fazit: „Mitarbeiter, die sich weiterbilden möchten, haben sehr gute Chancen auf Unterstützung.“

Dass auch die grauen Zellen normalerweise bis ins hohe Alter mitspielen, steht für Hirnforscher inzwischen außer Frage (zum Nachlesen: www.aktiv-online.de/Lernlust). Welche neue Denke der Rente mit 67 angemessen ist, zeigt Altersforscherin Professor Ursula Staudinger (Jacobs University Bremen): „Wenn jemand 50 ist und drei Jahre studiert, dann hat er immer noch 14 Jahre, um damit eine neue Karriere zu starten.“

Ein später Meisterkurs zahlt sich ebenfalls oft aus: „Auch im Alter von 50 Jahren können mit einer Aufstiegsfortbildung noch positive Renditen erreicht werden“ – das hat jetzt erstmals das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ermittelt. Und es betont: „Personen mit hoher Weiterbildungsbeteiligung weisen neben höherem Einkommen ein größeres Maß an Zufrieden-heit und Gesundheit auf.“
Das würden die meisten Gerontologen sofort unterschreiben – sie wissen ja schon längst: Wer lernt, lebt länger.


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