Innovationen

Die Natur weist den Weg


Wie Hella mit Bionik das Autofahren sauberer und sicherer macht

Bremen. Moderne Autos sollen sparsam sein, möglichst wenig Schadstoffe ausstoßen und dennoch hohen Fahrkomfort bieten. Die Hella Fahrzeugkomponenten (HFK) aus Bremen macht das mit ihren Innovationen möglich. Bei vielen der Entwicklungen stand die Natur Pate.

Chefentwickler Thomas Niemann nennt ein Beispiel: „Wir haben nach dem Vorbild des Delfins einen Öldrucksensor gebaut, der auf Ultraschall-Basis arbeitet. Er misst ständig Druck und Temperatur.“ Der Sensor sorgt für längere Wartungsintervalle, eine bessere Verbrennung des Kraftstoffs und eine Verringerung der Ab­gasemissionen.

Ideenschmiede des Weltkonzerns

„Unsere Ingenieure sind täglich damit beschäftigt, Produkte zu erfinden, die das Autofahren si­cherer und um­weltfreundli­cher machen“, sagt HFK-Ge­schäftsführer Manfred Meise.

Die Bremer Ideenschmiede des Lippstädter Weltkonzerns ist  das Kompetenzzentrum für Sensoren. „Wir entwickeln und fertigen Sensoren für die Bereiche Innenraumklima, Temperatur, Flüssigkeiten und das  Umfeld des Fahrzeugs“, sagt der Chef. „Dabei gucken wir uns vieles von Tieren und Pflanzen ab, Bionik ist das Stichwort.“

 

Bionik – mit diesem Begriff bezeichnet man das methodische Lernen von Mutter Natur. Der Lotusblumeneffekt (es bleibt nichts auf einer solchen Beschichtung haften) ist ein Beispiel dafür, ebenso wie der Klettverschluss oder eben der Öldrucksensor.

Eine weitere Hella-Entwicklung: ein Klimasensor, der störende und gefährliche Ge­rüche schon bei geringsten Verunreinigungen der Luft erkennt. „Lange bevor die menschliche Nase reagieren kann, schlägt der Sensor Alarm“, sagt Niemann. Wenige Moleküle in der Luft reichen aus, dann fällt die Um­luftklappe. Die Luft im Fahrzeug bleibt sauber. Derart empfindliche  Nasen  haben beispielsweise Hunde.

Auffahrunfälle gibt’s bald nicht mehr

Auch die Klimaanlage im Auto denkt mit. Je nach Sonneneinstrahlung und Außentemperatur sorgt sie selbstständig  für  angenehme  Temperaturen. Ein winziger Sonnen- und Umgebungslichtsensor von Hella liefert die Infos.

In der Regel dauert es drei Jahre, bis eine Entwicklung in Neufahrzeugen eingesetzt werden kann, weitere drei Jahre bis zur Serienreife. Die Innovationszyklen  werden  immer kürzer. „Wir denken jetzt über die automobile Zukunft von 2020 nach“, betont Meise.

Seine Vision: „Wir werden sichere Abstandssysteme in Autos bekommen, die dafür sorgen, dass Auffahrunfälle fast nicht mehr vorkommen.“ Bei Autobahnen sagt Meise Fahrspuren voraus, auf denen nur Autos mit Abstandsregelungssystemen fahren dürfen. „Da reiht man sich ein, alles weitere – Bremsen und Gas geben –  übernimmt das Fahrzeug.“

Um  intelligente Systeme zu entwerfen und zu produzieren, braucht man gut ausgebildete und hochqualifizierte Mitarbeiter. „In Bremen gibt es inzwischen eine Reihe sehr guter Forschungsinstitute, mit denen wir eng zusammenarbeiten“, erläutert der HFK-Chef. So kooperiert das Unternehmen beispielsweise mit dem Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme  der Uni Bremen und dem Institut für Technomathematik.

Lothar Steckel

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