In Sportvereine investieren?

Die Geldanlage in Fan-Anleihen birgt Risiken

Geldgeber: Viele Fußballfans beteiligen sich am Lieblingsverein. Foto: dpa

Mainz. Ende August ist es wieder so weit: Die Bundesliga-Saison beginnt. Damit Vereine mithalten können, brauchen sie Geld. Dann können sie neue Stars einkaufen oder das Stadion renovieren.

Damit sie sich das Geld nicht bei der Bank leihen müssen, bieten Vereine wie Schalke 04 und der Hamburger Sportverein ihren Fans die Möglichkeit, sich finanziell zu beteiligen. Dazu geben sie Anleihen heraus.

Mit dem Kauf dieser Fan-Anleihen hat man Chancen – aber auch Risiken. Grundsätzlich kann jeder solche Anleihen kaufen, der ein Wertpapierdepot besitzt. Ihr Wert beträgt etwa bei Schalke 1.000 Euro, bei anderen Vereinen kann er höher oder niedriger sein.

Eine Anleihe hat eine feste Laufzeit von beispielsweise fünf oder sieben Jahren. Pro Jahr wird dem Inhaber eine festgelegte Rendite gutgeschrieben, also zum Beispiel 5 Prozent.

Nach der Laufzeit erhält man sein Geld zurück. „Geht der Verein aber pleite, droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust“, warnt Sylvia Beckerle, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mit Sitz in Mainz. Fan-Anleihen sind nicht durch den Einlagensicherungsfonds von Banken abgesichert und auch nicht als Sondervermögen rechtlich geschützt wie die Anlage in einem Fonds. Nicht jedem gehe es jedoch darum, „bei der Geldanlage kein Risiko einzugehen“, sagt Sylvia Beckerle. Besonders jetzt in der Niedrigzins-Zeit gebe es ohnehin kaum Gewinnaussichten ohne Risiko.

Fan-Anleihen seien dennoch eher geeignet, den Verein zu unterstützen, weniger als Altersvorsorge, so die Expertin: „Dazu ist das Risiko zu hoch.“


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