Sprudelndes Geschäft

Die Deutschen trinken so viel Mineralwasser wie noch nie

Nürnberg/Bonn. Kühl, erfrischend und oft noch prickelnd – der Durstlöscher Nummer eins, Mineralwasser, hat an Beliebtheit weiter gewonnen. Allein im letzten Jahr tranken die Deutschen durchschnittlich 147 Liter – das waren fast 3 Prozent mehr als 2014 und neuer Rekord!

Voll im Trend: stilles Wasser. Zwar wollen derzeit noch 80 Prozent der Kunden das Prickeln der Kohlensäure auf der Zunge spüren – die einen stärker, die anderen dezenter. „Aber da ändert sich gerade etwas“, sagt Günter Birnbaum vom Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg.

Während ältere Verbraucher eher eine Abfüllung mit wenig Sprudel bevorzugten, so Birnbaum, griffen jüngere Kunden bis 35 Jahren immer öfter zu stillem Wasser. Dessen Absatz stieg im vergangenen Jahr laut Verband Deutscher Mineralbrunnen auf 1,6 Milliarden Liter. 2014 waren es noch knapp 200 Millionen Liter weniger.

„Reine Geschmackssache“, sagt dazu Antje Gahl, Forscherin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. Dass Wasser ohne Sprudel gesünder sei als mit, darüber gebe es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Wasser ist nicht gleich Wasser! Es gibt 500 verschiedene Sorten

Die Frage „mit oder ohne?“ zeigt: Beim Wassertrinken werden die Deutschen wählerischer, vertrauen aber auf heimische Produkte. Marktforscher Birnbaum: „Davon profitieren Getränkebrunnen aus der jeweiligen Region der Konsumenten.“ Sie böten über 500 verschiedene Mineralwässer an. Insgesamt schöpften die 200 deutschen Brunnenbetriebe im letzten Jahr mehr als 14 Milliarden Liter aus ihren Quellen und machten 3,4 Milliarden Euro Umsatz.

Exotische Durstlöscher hingegen wie etwa importiertes Gletscherwasser aus Island, Quellwasser aus den Tiefen des Fidschi-Regenwaldes oder Bio-Wasser mit eigenem Siegel bleiben laut dem Experten eher eine Ausnahmeerscheinung in deutschen Kühlschränken. Von ihnen wurden 2015 nur 2,6 Millionen Liter getrunken.

Ein Grund dafür, dass heimische Sorten so viele Fans haben, mag der gute Ruf als Naturprodukt sein. Denn in Deutschland verbietet die Mineral- und Tafelwasserverordnung jegliche Bearbeitung. Was später als Mineralwasser bezeichnet frisch aus der Quelle sprudelt, muss naturbelassen bleiben. Einzige Ausnahmen: Eisen und Schwefel dürfen entfernt, Kohlensäure entzogen oder zugesetzt werden.

Egal ob nun still oder prickelnd, Wasser gehört zu einer gesunden Ernährung. „Anderthalb Liter Wasser pro Tag sind Pflicht“, so Ernährungs-Expertin Gahl. Trinkt man es gleichmäßig über den Tag, hält man so seinen Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht.


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Nimmt man ab, wenn man viel Wasser trinkt? Ist stilles gesünder als Sprudel? Kühlt es kalt getrunken den Körper? Wasser ist in aller Munde – und viele Mythen darüber auch, die nicht immer glasklar zu sein scheinen. Was stimmt, was nicht?

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