Schlankmacher aus der Dose: Die Diätmittelbranche setzt 1,2 Milliarden Euro im Jahr um

Diät-Shakes: Trinken für die Traumfigur

Über eine Million Deutsche nutzen derzeit solche Shakes, um schlanker zu werden. Foto: plainpicture

Bonn. Die Hose zwackt, das Hemd kneift. Das üppige Festtagsmenü und die großzügig gezuckerten Plätzchen haben an Hüfte und Bauch Spuren hinterlassen: Der Speck muss weg! Mit diesem Vorsatz gehen jetzt Millionen Deutsche ins neue Jahr.

16 Millionen Deutsche sind stark übergewichtig

Gut die Hälfte der Erwachsenen ist nach Zahlen des Statistischen Bundesamts übergewichtig. Bei 16 Millionen Deutschen ist das Verhältnis zwischen Muskelmasse und Fett so ungünstig, dass sie als fettleibig gelten.

Deutschland hat ein dickes Problem – und die Diätmittel-Industrie scheinbar einfache Lösungen: wie etwa Formular-Diäten. Die industriell hergestellten Nährstoffgemische heißen Almased, Yokebe oder Multaben. Es gibt sie rezeptfrei in Apotheken, Drogerien oder Reformhäusern. Geschätzter Umsatz allein für dieses Jahr: 1,2 Milliarden Euro. 2008 waren es noch rund 900 Millionen Euro.

„Die Mittel sind das Rundum-sorglos-Paket für Leute, die schnell und bequem abnehmen wollen“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. Sie gesteht den Diätpulvern durchaus positive Effekte zu: „Richtig angewendet, lässt sich damit Gewicht reduzieren.“ Besonders für stark Übergewichtige seien sie ein guter Einstieg. Eine Tagesration der oft mit Milch oder Wasser angemischten Drinks enthalte zwischen 800 und 1.200 Kalorien. Das ist so knapp bemessen, damit der Körper auf die angefutterten Reserven zurückgreift: Fettpolster schwinden, Muskelmasse jedoch bleibt erhalten. Die Pfunde purzeln in kurzer Zeit.

Gerade das lockt jene, die nur wenige überschüssige Kilo abspecken wollen. Wie etwa jetzt das zusätzliche Hüftgold der Weihnachtstage. Die schnelle und bequeme Art abzunehmen, hat jedoch einen dicken Haken: den Jo-Jo-Effekt. Oft sind nach kurzer Zeit die Pfunde wieder drauf. Grund: „Viele verfallen nach dem Ende der Diät wieder in alte Verhaltensmuster beim Essen“, so Ernährungsexpertin Gahl. Und versuchen es dann erneut.

„Langfristig bringen die Mittel nichts, wenn man nicht seine Ernährungsgewohnheiten umstellt und sich mehr bewegt“, sagt sie. Doch das schmeckt vielen Übergewichtigen nicht. Um Kurse zur Ernährungsumstellung machen sie einen Bogen. Bei der Techniker Krankenkasse etwa nutzten letztes Jahr von 9 Millionen Mitgliedern gerade mal 5.500 derartige Angebote.

Die Zielgruppe für Diätmittel wird also größer: Demografie-Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der stark Übergewichtigen in Deutschland weiter ansteigt.

Es sei denn, immer mehr Deutsche kommen auf den Gesundheitstrip und achten auf ihre Pfunde!


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aktualisiert am 30.08.2016

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