Ebay für Anfänger

Deutschlands größter Marktplatz verlockt zur Schnäppchen-Jagd


Fotos und Montage: Eifrig

Drei, zwei, eins – meins!

Stellen Sie sich vor, Sie sammeln Zippo-Feuerzeuge. Sie schlendern ein paar Sekunden durchs Internet – und finden 382 Angebote! Oder Sie suchen einen gebrauchten Fahrrad-Kindersitz namens „Jockey Relax“, gut erhalten –und grün. Auch kein Problem: 19 solche Sitze sind gerade zu haben. Oder hat Junior die Zuckerdose aus Ihrem Tee-Service (Motiv „Rusticana“) zertrümmert? Dutzendfach wird das gute Stück hier angepriesen! Hier, auf Deutschlands größtem Marktplatz: Ebay.

Ob 1.142.033 Bücher, 3.422 Akkuschrauber, 741 Vogelkäfige oder 8 Exemplare der uralten Schreibmaschine „Mignon“: Auf www.ebay.de ist fast jede Ware zu finden, die auf dieser Welt für Geld zu haben ist. Und das oft – aber nicht immer – zu einem günstigen Preis.

Registrieren und Shoppen ohne Kosten

Nach Artikeln suchen kann jeder. Einkaufen darf aber nur, wer volljährig ist, eine E-Mail-Adresse besitzt – und sich zuvor einmalig als „Mitglied“ bei Ebay registriert hat. Die Registrierung und das virtuelle Shoppen sind gratis: Ebay lebt prächtig von verschiedenen Gebühren, die die Verkäufer bezahlen.

Viele Artikel werden inzwischen zu Festpreisen angeboten. Berühmt geworden ist Ebay aber wegen seiner Funktion als virtuelles Auktionshaus: Der Verkäufer legt die Dauer der Auktion und seinen Mindestpreis fest – und Sie geben ein, wie viel Sie höchstens für diese Ware ausgeben würden.

Ebay gleicht die Gebote aller potenziellen Käufer ab: Wie bei einer echten Versteigerung erhält der Meistbietende den Zuschlag.

Ob Kaufpreis oder Höchstgebot: Normalerweise trägt der Käufer zusätzlich die Versandkosten! Diese sind meistens in der Artikelbeschreibung angegeben. Und manchmal sind sie so hoch, dass ein „Schnäppchen“ gar keines mehr ist.

Durchaus üblich ist auch, dass der Käufer Beträge bis etwa 100 Euro vorab überweist. Erst dann versendet der Verkäufer die Ware. Gauner fallen dabei rasch auf: Nach jedem Deal können die Beteiligten sich gegenseitig öffentlich bewerten.

Seriöse Anbieter haben sehr gute Bewertungen

Als Anfänger sollten Sie nur Anbietern vertrauen, die seit mehr als einem Jahr aktiv sind und mindestens 98 Prozent positive Bewertungen haben! Bei teureren Waren sollten Sie sich außerdem gegen Betrüger absichern (siehe unten).

Viel Spaß beim Stöbern – und viel Glück beim Bieten!

Guter Schutz vor Gaunereien

  • Bei teuren Waren sollten Sie Ebays „Treuhandservice“ nutzen: Ihr Geld wird erst an den Verkäufer weitergeleitet, wenn Sie mit der Ware zufrieden sind. Das kostet eine geringe Gebühr.
  • Wenn Sie über „PayPal“ bezahlen können, sind Sie oft bis zu einem Warenwert von 500 Euro abgesichert. Dieser Service ist gratis, Sie müssen sich dafür auf www.paypal.de anmelden.
  • Ebay bietet als Kulanzleistung einen „Standard-Käuferschutz“. Erstattet werden höchstens 175 Euro.

In letzter Sekunde…

Ebay für Fortgeschrittene: Späte Gebote und krumme Zahlen lohnen sich

Sie haben nun schon ein paar Mal bei Ebay für einen Kinderfahrradsitz, einen Vogelkäfig oder  ein seltenes Feuerzeug geboten – aber immer vergeblich? Dann sollten Sie vielleicht auf ein paar Tricks vertrauen, deren Brauchbarkeit wissenschaftlich erwiesen ist.

Schon seit 1999 hat der Kölner Ökonomie-Professor Axel Ockenfels das virtuelle Auktionshaus zu seinem Studienobjekt erkoren. Eine Erkenntnis des Forschers: Es kann sich auszahlen, erst ganz kurz vor Ablauf der Auktion zu bieten.

Der  „Heckenschütze“ schlägt  naive  Bieter

„Andere können dann nicht mehr darauf reagieren“, erklärt Ockenfels. Es gebe viele „naive Bieter“, die für dasselbe Ding immer mal wieder Gebote abgeben – nach dem Motto: „Klein anfangen und dann höher gehen“. Diesen Amateuren könne man mit einem Gebot etwa 15 Sekunden vor Schluss oft das Wasser abgraben.

Damit man nicht vergisst, erst später auf eine begehrte Sache zu bieten, klickt man einfach „diesen Artikel beobachten“ an. Ebay informiert zudem auf Wunsch per Mail über bald ablaufende Angebote.

Um aber Erfolg als „Heckenschütze“ zu haben (so heißt der Last-Minute-Bieter im Szene-Slang), sind zwei Dinge nötig: Eine schnelle Internet-Verbindung (möglichst DSL) – und eine klare Vorstellung davon, wie viel das eigene Höchstgebot betragen sollte. Denn diesen Preis muss man ja womöglich bezahlen, und dazu kommen meistens noch ein paar Euro für die Versandkosten.

Ebay bietet als Hilfestellung die Suchfunktion „nur beendete Angebote“ an: Hier sieht man sofort, wie oft und für welchen Preis eine spezielle CD zuletzt bei Ebay zu haben war. Aber auch andere Quellen sollte man nutzen, um sich vorab „möglichst genau über Marktpreise zum Beispiel von gebrauchten Lego-Steinen zu informieren“, rät Ockenfels.

Sonst hat man zwar die Auktion gewonnen – aber bezahlt dafür (zu) teuer:  „Das Gewinnen einer Auktion bedeutet ja auch, dass allen anderen Bietern  das Objekt weniger wert war“, warnt der Ökonom.

Zum so geplanten Höchstgebot  sollte man aber ruhig noch ein paar Cent dazulegen: „Mit einer geringen Wahrscheinlichkeit  kann es helfen, krumme Beträge zu bieten“, weiß Ockenfels – also zum Beispiel 20,34 statt 20 Euro einzutippen.

Besonders günstig kann man Dinge oft ersteigern, wenn deren Anbieter sich vertippt hat. Wer zum Beispiel Behälter von Tupperware kaufen möchte, sollte ruhig auch nach „Tuperware“ suchen. Nicht nur deswegen gilt laut Ockenfels nach wie vor: „Mit Sicherheit kann man bei Ebay gute Schnäppchen machen.“

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Schlagwörter: Internet Konsum

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