Deutschland squapt und slackt


Spiele für draußen sind der große Renner

Sobald die Sonne scheint, geht’s ins Freie. Faul auf der Wiese liegen, war jedoch gestern: Die Deutschen spielen lieber.

Spielzeug für draußen („outdoor“) ist so beliebt wie noch nie. Im vergangenen Jahr setzte die Branche damit 225 Millionen Euro um. Ein Plus von 9 Prozent. „Der Trend hält an“, freut sich Werner Lenzner, Direktor des Nürnberger Marktforschungsinstituts Eurotoys.

Schließlich ist das Angebot vielfältig: von der Rutsche, dem Trampolin über Drachen, Alu-Roller bis hin zu allen Wurf- und Ballspielen.

Im Park und am Strand

„Die Spiele werden origineller und gehen weg von den typischen Sportarten“, erklärt Alex Graf, Geschäftsführer vom Outdoor- und Freizeit-Spezialisten Spielograf in Freiburg. „Man muss deshalb nicht besonders gut oder sportlich sein, um Erfolgserlebnisse zu haben. Es soll einfach Spaß machen.“ Viele Spiele sind leicht zu transportieren, sei es in den Park oder an den Strand. Verkaufsschlager sind vor allem Wurfspiele.

 

AKTIV stellt die aktuellen Sommerhits für draußen vor

Kubb

Lässig aus dem Handgelenk wird ein Stab auf Holzklötze geworfen. Die sollen nach einem bestimmten System umkippen und dem Spieler so strategische Vorteile bringen. In Skandinavien ist das Spiel, auch „Wikinger-Schach“ genannt, schon lange beliebt. Jetzt entwickelt es sich auch auf deutschen Grillwiesen zum Massenphänomen.

Squap

Ein Ball wird mit dem maulförmigen „Squap“ durch schnelles Öffnen und Greifen hin und her katapultiert. Die Idee hatten zwei Schweizer.

OgoSport

Die Schläger gleichen einem Mini-Trampolin. Zugreifen mit beiden Händen ist erlaubt. Schon kleine Kinder können sie bewegen. Die Erfinder kommen aus den USA. Dort ist das Ballspiel seit 2006 beliebt und preisgekrönt.

Crossboccia

Der Wuppertaler Timo Beelow entwickelte die leichten, mit Granulat gefüllten Textil-Bälle. Gespielt werden kann überall, auch auf Schotter, Sand, im Wohnzimmer oder in Treppenhäusern. „Weil die Bälle nicht abgelenkt werden, wie beim klassischen Boule, ist das Spiel kreativer“, sagt Beelow. 2009 startete er sein Geschäft. Heute gibt es europaweit rund 50.000 Fans.

Slacklining

Auf einem Spanngurt, der Slackline, wird balanciert. Zum Beispiel in Hüfthöhe zwischen zwei Bäumen. Das verlangt Kon­zen­tration und Koordination. „Und fasziniert“, sagt Michael Weiß vom Leverkusener Hersteller Slackliner. Bundesweit slacken schon über 100.000, schätzt Weiß.

Leitergolf

Seit der Entertainer Stefan Raab es 2008 erstmals bei „Schlag den Raab“ spielte, begeistert das amerikanische Wurfspiel Leitergolf auch hierzulande. Am besten eignet es sich für den heimischen Garten, weil es recht sperrig ist: An einem Seil baumelnde Bälle werden aus rund fünf Metern Entfernung geworfen. Sie sollen sich um die Sprossen einer Holzleiter wickeln.

 

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