Abenteuer für Musikliebhaber

Deutsches Harmonikamuseum zeigt, wie ein Instrument die Welt erobert

Wer möchte mal in die Tasten einer Ziehharmonika greifen und probieren, ob Musik aus der Quetschkommode kommt? Besucher des Deutschen Harmonikamuseums in Baden-Württemberg können das tun. Und vieles mehr.

Das macht Spaß: Von der Decke hängt ein Akkordeon, das jeder benutzen darf. Foto: Sigwart

Das macht Spaß: Von der Decke hängt ein Akkordeon, das jeder benutzen darf. Foto: Sigwart

Statt Tanzkapelle: Die Hohner „Magic Organa“ mit Schlagzeug. Foto: Sigwart

Statt Tanzkapelle: Die Hohner „Magic Organa“ mit Schlagzeug. Foto: Sigwart

Interessant: In den Vitrinen liegen mehr als 300 Verpackungen. Foto: Sigwart

Interessant: In den Vitrinen liegen mehr als 300 Verpackungen. Foto: Sigwart

Ein wahres Prunkstück: Im Museum findent man edel verzierte Akkordeons. Foto: Sigwart

Ein wahres Prunkstück: Im Museum findent man edel verzierte Akkordeons. Foto: Sigwart

Trossingen. Kopfhörer auf, Knopf drücken, lauschen: Lennons Intro zu „Love Me Do“ erklingt – geblasen auf der Mundharmonika! Schnell ist klar: Im neu gestalteten Deutschen Harmonikamuseum in Trossingen geht es um mehr als Volksmusik.

Von Pop und Blues über argentinischen Tango bis hin zum südafrikanischen Township-Jive: Mund- und Ziehharmonikas sorgen für den speziellen Sound. Überhaupt steckt viel Musik drin im Museum, das ins historische Hohner-Areal umgezogen ist.

In einer alten Werkhalle erfährt man in Bild- und Tondokumenten vom Aufstieg und Niedergang der deutschen Harmonika-Industrie und deren Bedeutung für die Region. Witzig: Der Dorfprinz, die erste Hohner-Werbefigur, unterhält Kinder beim Rundgang mit Rätselaufgaben. Den Aufstieg der Matth. Hohner AG, gegründet 1857, zum Weltmarktführer mit 5.000 Beschäftigten ermöglichte die Industrialisierung mit der Massenproduktion (de.playhohner.com).

Die Harmonikas sind legendär: US-Komiker Buster Keaton warb dafür, Top-Musiker wie Stevie Wonder oder Bob Dylan spielen sie noch heute, zwei handsignierte Stücke der Stars sind ausgestellt. Im Ersten Weltkrieg hat die „Schwabentreue“ in der Brusttasche einen Soldaten vor Granatsplittern geschützt. Und US-Astronaut Walter Schirra schmuggelte seine „Little Lady“ 1965 an Bord der Gemini 6 und überraschte beim Funkkontakt aus dem Weltraum mit „Jingle Bells“.

Verpackungen spiegeln den Wandel der Zeit

Über 25.000 verschiedene Mundharmonikas umfasst die Sammlung Hohner heute. „Es gibt kein vergleichbares Museum auf der Welt“, sagt Leiter Martin Häffner, der vor 25 Jahren bereits das alte Harmonikamuseum aufbaute. Selbst die Verpackungen sind eine Sensation. Sie spiegeln den Zeitgeist wider – mit Zeppelin, Hakenkreuz oder Beatles-Porträts.

Dazu kommen prachtvolle Ziehharmonikas mit glänzendem Zelluloid-Bezug, Blech-Ziselierungen und funkelnden Similsteinen, darunter das größte Knopfakkordeon aller Zeiten. Wer will, kann sich an einem etwas kleineren Modell versuchen, das von der Decke baumelt.

Mehr Infos:

harmonika-museum.de


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