Neue Nutzungsregeln

Deshalb sammelt Facebook jetzt noch mehr Daten von uns

Köln. Für die 1,35 Milliarden Mitglieder im größten sozialen Netzwerk gelten seit Ende Januar neue Spielregeln. Facebook registriert jetzt noch genauer, welche Webseiten wir besuchen, wo wir uns aufhalten, und welche Apps wir installiert haben.

Und analysiert das: „Wir möchten, dass die Anzeigen, die dir auf Facebook gezeigt werden, möglichst interessant für dich sind“, heißt es in der neuen Datenschutzrichtlinie.

Der US-Gigant, der letztes Jahr aus 9,4 Milliarden Euro Umsatz 2,2 Milliarden Euro Gewinn machte, sammelt damit noch mehr wertvolle Ware ein.

Konsum-Informationen sind bares Geld wert

Thomas Dapp, Experte für Digitale Ökonomie beim Frankfurter Analyse-Institut Deutsche Bank Research, erklärt: „Informationen über unser Konsumverhalten und die Mediennutzung wecken bei vielen Unternehmen Begehrlichkeiten.“ Die aus unseren Daten gewonnenen Erkenntnisse „erlauben es den Unternehmen, uns mit absolut maßgeschneiderten Produkten und Diensten zu versorgen“.

Surft man etwa auf den Seiten von Skigebieten herum, kredenzt einem Facebook fortan noch passgenauer Werbung von Skiherstellern. Kauft man Kaffee online, blendet das Netzwerk Banner für Kaffeemaschinen ein. Was den Usern ja durchaus gelegen kommen kann.

Dass die nun in Scharen ihre Accounts kündigen, glaubt Dapp nicht. „Dafür ist auch die Bequemlichkeit zu groß. Und es hat schon jetzt jeder, der oft im Internet ist, einen digitalen Zwilling im Netz.“

Also ein genaues Abbild – zusammengesetzt aus seinen Klicks, Downloads und Käufen. Das birgt zwar auch Risiken: „Es könnte eines Tages dazu kommen“, so der Experte, „dass Menschen aufgrund ihres Datenprofils zum Beispiel von einer Versicherung ausgeschlossen werden.“

Andererseits: Facebook sorgt dafür, dass wir intensiver miteinander kommunizieren – auch die Redaktion der Wirtschaftszeitung AKTIV macht da mit (facebook.com/aktiv.wirtschaftszeitung).

Und Facebook schafft Jobs: Die Londoner Unternehmensberatung Deloitte beziffert den Nutzen für die Weltwirtschaft auf jährlich 200 Milliarden Euro. 84.000 Arbeitsplätze in Deutschland und 4,5 Millionen weltweit hängen an Geschäftsmodellen, die durch Facebook ermöglicht werden.

„Wir leben in einer Daten-Ökonomie“, sagt Dapp. Es gehe darum, etwa im Surf-Verhalten „relevante Muster“ zu erkennen. Das zu können, werde „mehr und mehr zu einem wertvollen Wettbewerbsvorteil“.


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Mit neuen Spielregeln hat Facebook gerade für Aufsehen gesorgt: Nutzer geben mehr Daten als bisher über sich preis. Doch wer das soziale Netzwerk clever nutzt, kann sich vor zu viel Neugierde schützen. AKTIVonline erklärt Ihnen, wie.

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„ROFL, du hast LOL gesagt!“ Können Sie diesen Satz übersetzen? Immer mehr Abkürzungen und Begriffe existieren in der Internetsprache. Prüfen oder erweitern Sie hier Ihr Wissen darüber! Viel Spaß – have fun! Oder kurz: HF.

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