Einschulung

Der Schulranzen als Luxus-Artikel

Köln. Luke Skywalker, Prinzessin Lillifee, Spongebob und wie sie alle heißen: Kinderhelden bevölkern unsere Schulhöfe. Auf den Ranzen und Rucksäcken! Vor 30 Jahren hieß es noch „blau, gelb oder rot?“ – inzwischen ist die Auswahl an durchweg leichten Schulranzen und Rucksäcken riesig.

Und die Wohlstandsgesellschaft schaut da nicht aufs Geld. So wie auch jetzt wieder: Bis spätestens Ostern, so halten es ambitionierte Eltern, muss das Ding für den Erstklässler gekauft sein. 245 Euro kostet derzeit der teuerste Ranzen des Marktführers Scout mit Sitz in Frankenthal (Rheinland-Pfalz), der in China fertigen lässt. Ein paar Extras wie Federmäppchen und Turnbeutel sind da schon inklusive. Das billigste Set kostet 165 Euro, berichtet Wolfgang Braun, Markenmanager bei Scout.

Die Branche boomt, trotz sinkender Schülerzahlen. „Neue Trends haben den Markt verändert“, so Braun. Mit immer neuen Motiven, Modellen und Materialien wetteifern Hersteller wie Scout, Hama, Ergobag und McNeill um die Gunst der Mamas und Papas. Für die ist die Investition oft eine knifflige Angelegenheit, fast so wie ein Autokauf.

„Ranzen sind für Eltern von großer Wichtigkeit“, sagt Ralf Bauer, Leiter Marktforschung beim Berliner Kinderverlag Egmont Ehapa und Initiator der „Kids-Verbraucheranalyse“. Bei diesem Thema sei es „wie mit vielen Dingen rund ums Kind“, meint der Experte: „Mit sinkender Kinderzahl nimmt die Bedeutung des einzelnen Kindes zu.“ Und schließlich soll der Ranzen ja über Jahre ein täglicher Begleiter sein.

27 recycelte PET-Flaschen stecken in einem Rucksack von Ergobag

Der neueste Trend sind Rucksäcke, die zu 100 Prozent aus recyceltem Plastikmüll bestehen. „Mehr als 27 PET-Flaschen stecken in einem Rucksack“, sagt Sven-Oliver Pink, Geschäftsführer des Anbieters Ergobag mit Sitz in Köln und Fertigung in Vietnam. „Wir sind erst seit vier Jahren auf dem Markt – und haben schon für rund 15 Millionen PET-Flaschen eine neue Aufgabe gefunden.“ In der Regel, erzählt Pink, gäben die Eltern nur das Modell vor. „Und die Kinder dürfen sich dann ihr Lieblingsdesign aussuchen.“ Dabei lassen sich die Rucksäcke mit individuell gestalteten, drangekletteten Bildern immer wieder verändern. „So gefallen sie über eine lange Dauer.“

Denn schließlich soll der junge Kunde ja schon früh lernen, dass er König ist. „Während Eltern beim Kauf auf Sicherheit und Funktionalität achten“, sagt Ehapa-Experte Bauer, gehe es den Kindern um die Außenwirkung: „Die ABC-Schützen signalisieren damit schon, wofür sie sich interessieren.“

Übrigens

Darauf sollten Sie achten

  • Ein Schulranzen oder Schulrucksack muss robust und standfest sein: Schulbücher und Hefte sollten hineinpassen, ohne dass sie verknicken.
  • Das Material sollte wasserabweisend, das Rückenpolster atmungsaktiv sein.
  • Wichtig ist auch reflektierendes Material – damit die Kinder bei Dunkelheit und Dämmerlicht gut erkennbar sind.

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