Gehirnjogging

Der Gedächtnis-Profi


Geschichten fürs Gehirn: Marco Simon trainiert seit Schultagen sein Gedächtnis. „Der Härtefall war damals ein überraschender Musiktest. Mit dem Zahl-Symbol-System konnte ich ganz schnell sehr viele Be

Marco Simon von ZF Trading bringt seinen Kollegen Merk-Techniken bei

Schweinfurt. Das kennen Sie doch auch: Sie schreiben eine Telefonnummer auf und verlegen den Zettel. Sie notieren alle Besorgungen auf einer Einkaufsliste – und lassen die daheim liegen.

Weniger Ärger, mehr „Gehirnjogging“: Das ist Marco Simons Mittel gegen das Vergessen. Der

34-jährige Diplom-Informatiker setzt aufs eigene Gedächtnis statt nur auf Papier und Stift. „Es macht Spaß zu sehen, wie viel man sich mit etwas Übung merken kann.“ Darin schult er Kollegen beim Autoersatzteile-Lieferanten ZF Trading in Schweinfurt: Etwa 100 haben in eintägigen Kursen seit 2002 ihre grauen Zellen angeschubst.

Details besser merken

Wer jetzt denkt, „das kann ich eh nicht“, den kann einer von Simons Kursteilnehmern beruhigen: Daniel Hümmer ist Fachkraft für Lagerwirtschaft und hat einige „Mnemo-Techniken“ (griechisch für „Erinnerung“) ausprobiert.  „Ich kann mir jetzt Details in der Arbeit leichter merken“, sagt er. Anfangs war er skeptisch, ob Gedächtnistraining klappen kann, heute wendet er die Technik regelmäßig an. „Eine echte Arbeitserleichterung.“ Zufrieden ist auch Steffen Austel, Leiter Personalentwicklung: „Solches Engagement eines Einzelnen wie von Herrn Simon nützt dem ganzen Betrieb.“

Schnell lässt sich etwa das „Zahl-Symbol-System“ erlernen: Für jede Zahl oder Position auf der Einkaufsliste steht ein Produkt, das man kaufen will. Die Zahlen verknüpft man zu einer einfallsreichen Geschichte. „Stehen an neunter Stelle Karotten, stellt man sich statt neun Kegeln neun riesige Karotten vor, die man wegkegeln und danach essen darf“, so Simon. „Am Gemüsestand fällt einem dieses Bild bestimmt wieder ein.“

Der Trick dabei: „Je bunter und ausgefallener die Verknüpfungen sind, desto besser und länger können wir sie abspeichern“, hat Simon festgestellt. „Kinder sind da sehr kreativ.“ Ebenso helfen gedankliche Verbindungen mit Gefühlen, Gerüchen oder bekannten Orten beim Merken: So kann man Begriffe nach der „Loci-Methode“ (lateinisch für „Orte“) auf einen Gedächtnispfad quer durchs eigene Wohnzimmer legen.

Hilfreich für die Arbeit

Strukturiert denken – das nützt dem Gedächtnisprofi auch in seinem eigentlichen Job: Als Leiter IT-Logistik ist Simon zuständig für den Nachschub und logistische Softwaresysteme. ZF Trading versorgt den freien Autoersatzteile-Markt mit Fahrwerk-, Antriebs- und Lenkungstechnik.

Dass sein frühes Hobby heute so gefragt ist, freut ihn: „Wir müssen alle  immer  mehr  lernen“,  so Simon. „Dabei können wir uns mit ein  paar  Kniffen  selbst  helfen.“ Notizzettel ade!

 

Mehr Futter fürs Hirn

Literatur:

  • Tony Buzan: Nichts vergessen, München, 1984 l Power Brain, München, 2002
  • Helge Weinrebe M. A., Volker Jansen: Eselsbrücken für Schnelldenker, Augsburg, 1993

 

Links:

www.memoryxl.de

www.mnemotechnik.info

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