Adios, Windows XP!

Der Countdown läuft: Microsoft schaltet ab – und die Nutzer müssen umdenken

Foto: Strassmeier

Am 8. April ist es so weit: Dann beendet die Software-Schmiede Microsoft den „Support“ für ihr Betriebssystem Windows XP mit Servicepack 3 und für das Programm-Paket Office 2003. Dass die laufende Runderneuerung dieser Software damit zu Ende geht, klingt zunächst harmlos – hat aber für diejenigen ernste Konsequenzen, die noch mit Windows XP arbeiten.

Und das ist ja nach Zählung der Firma StatCounter noch immer auf mehr als 10 Prozent aller PCs in Deutschland in Betrieb: Demnach ist XP das zweithäufigste Betriebssystem bei uns (mit Abstand an der Spitze: Windows 7).

XP-Nutzern drohen bald vermehrt Gefahren aus dem Netz. Zum einen werden künftig keine Sicherheitslücken im Betriebssystem mehr geschlossen. Und Betrüger, die genau danach suchen, werden sie auch finden, warnt Dirk Kollberg, Experte beim Virenschutzsoftware-Unternehmen Kaspersky: „Cyberkriminelle könnten diese Situation ausnutzen, um vertrauliche Daten abzufischen.“ Microsoft Deutschland erklärt dazu: „Der Support für Windows XP mit Servicepack 2 wurde bereits eingestellt. Binnen zwei Jahren stieg die Infizierung betroffener Geräte um 66 Prozent.“

Zum anderen werden andere Software-Anbieter ihre Programme, die mit Windows XP kompatibel sind, nach einiger Zeit ebenfalls nicht mehr pflegen: Auch dadurch entstehen immer mehr Sicherheitslücken.

Was man jetzt tun kann

Wer noch Windows XP auf dem Rechner hat, sollte zunächst über ein neues Betriebssystem nachdenken, also beispielsweise Windows 7, Windows 8 oder auch Linux. „Ob man sich für Windows 7 oder 8 entscheidet, spielt für die Sicherheit keine Rolle“, betont Experte Kollberg, „ein Virus, das Windows 8 infiziert, richtet auch auf einem Rechner mit Windows 7 Schaden an.“

Allerdings könnte ein alter Computer für die neueren Software-Versionen etwas zu schwach sein. Darum sollte, wer das Betriebssystem wechseln will, vielleicht auch gleich über den Kauf eines neuen Rechners nachdenken.

Wer gar nichts ändern will, sollte auf jeden Fall Folgendes tun:

  • Das letzte Update von Windows XP installieren.
  • Nicht mehr mit dem Internet Explorer ins Netz gehen – sondern stattdessen Browser wie Firefox oder Google Chrome nutzen. Denn die werden ganz unabhängig vom Microsoft-Produkt weiterhin auf Sicherheitslücken überprüft. Wobei der Tag kommen könnte, an dem solche Browser nicht mehr mit Windows XP kompatibel sind.
  • Alle Sicherheits-Updates für andere Programme regelmäßig herunterladen. Dazu gehören beispielsweise der Acrobat Reader oder der Flash Player.

Und zwei Grundregeln muss man als Windows-XP-Nutzer künftig natürlich ganz besonders akkurat einhalten:

  • Der Virenschutz ist stets auf dem neuesten Stand.
  • Mail-Anhänge von unbekannten Absendern werden auf keinen Fall geöffnet oder gespeichert.

Keine Sorgen muss sich machen, wer seinen PC nur als bessere Schreibmaschine benutzt. Ist der Rechner nicht im Netz, kann im Prinzip auch kein Schaden entstehen. Das gilt aber nur, wenn man auch fremde USB-Sticks und so weiter konsequent vom Gerät fernhält.

Unseriöse Anrufer

Unabhängig vom Betriebssystem gilt übrigens eine Warnung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Englisch sprechende Betrüger geben sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter aus. Sie wollen einen dazu verleiten, den Computer hochzufahren und bestimmte Schritte am Rechner durchzuführen. Genau dadurch fängt man sich dann aber bösartige Software ein. „Wer angerufen wird, sollte sich nicht einschüchtern lassen – und auch kein Geld für die Beratung durch diese vermeintlichen Computerexperten bezahlen“, betont Martina Totz, Fachberaterin für Telekommunikation und Medien in der Verbraucherzentrale. Ihr Tipp: Bei solchen Anrufen einfach sofort auflegen. 


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