Wintersport wird digital

Daten-Brille und 3-D-Ski: Hightech auf der Skipiste ist angesagt

Salzburg/München. 20 Stundenkilometer, 25, 30, 35 … Die eigene Geschwindigkeit bei der Abfahrt messen, das ist Adrenalin pur. Möglich machen das Daten-Skibrillen samt Mini-Display, GPS und eingebauten Sensoren. Sie sind der letzte Schrei auf der Piste.

Die Brillen messen auch Höhenmeter und zählen den Kalorienverbrauch. Eine App zeigt die nächstgelegene Hütte an und liefert die aktuellen Wartezeiten am Lift. Ab 500 Euro sind die Geräte zu haben – im österreichischen Gebiet Ski Amadé bei Salzburg kann man sie ausleihen. In der vergangenen Saison, als das Projekt an den Start ging, wurden die Brillen gleich 500-mal genutzt. „Die Nachfrage steigt spürbar“, sagt Amadé-Sprecherin Marietta Weißofner. „Tragbare Computersysteme, also Wearables, sind klar im Trend – auch bei der Skiausrüstung“, beobachtet sie.

Allein 5,2 Millionen Deutsche fahren jährlich in den Skiurlaub, ob hierzulande, in Österreich, der Schweiz oder Nordamerika. „Zählt man die mit, die nur alle paar Jahre die Bretter anschnallen, kommt die Statistik auf 7,5 Millionen aktive Freizeit-Skifahrer“, sagt Andreas König, Sicherheitsexperte beim Deutschen Skiverband in München.

Für den Wintersport greifen die Deutschen tief in die Tasche. Laut Wirtschaftsministerium ist Skilaufen die „mit Abstand wirtschaftlich bedeutsamste Sportart“. 11 Milliarden Euro werden dafür im Jahr locker gemacht. Es folgt der Radsport mit 8,6 Milliarden Euro. Zu Buche schlagen die Reisen, aber auch die Ausrüstung.

Eine Neuheit kommt zum Beispiel vom Unternehmen Völkl im bayerischen Straubing – ein ultraleichter Ski mit 3-D-Oberfläche. Der Clou: An den Seiten wurde Material gespart. So entsteht ein erhöhter Mittelsteg. Kombiniert mit Hightech-Werkstoffen wie Karbon und Aluminium spart die Konstruktion circa 1,5 Kilogramm ein.

Auch der Kopfschutz bringt heute kaum was auf die Waage, dank Spezialkunststoff. Uvex in Fürth etwa fertigt Helme, die 15 Prozent leichter sind als herkömmliche Hartschalenkappen. Ein raffiniertes Lüftungssystem verhindert, dass man untendrunter schwitzt – und dass das Visier beschlägt.

Neueste Brillengläser reagieren zudem auf Licht. Ihre Tönung passt sich den Verhältnissen binnen einer Zehntelsekunde an. „In die Gläser werden Flüssigkristalle eingearbeitet“, erklärt Marketing-Manager Philipp Richter. Bei starkem Sonnenlicht sorgt ein elektrischer Impuls dafür, dass sich die Teilchen drehen und sich wie eine Jalousie „schließen“.

Das Smartphone ist Teil der Ausrüstung

Unverzichtbar im Equipment ist natürlich das Smartphone. WLAN ist Usus. „Schließlich wollen die Touristen ihr Erlebnis kundtun, Selfies posten“, sagt Andreas König vom Skiverband. Mehr als 400 Hotspots gibt es zum Beispiel in Ski Amadé. Mit speziellen Handschuhen und Schaltknöpfen an den Fingerenden lässt sich das Handy via Bluetooth bedienen.

Die Digitalisierung habe Vorteile, so der Experte. Notruf-Apps und Pistenpläne erhöhen die Sicherheit. Daten-Brillen könnten bald bei der Bergrettung helfen. Doch König warnt vor Ablenkung: „Auf keinen Fall sollte man während der Abfahrt Mails lesen, telefonieren oder Musik hören.“


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