Checkliste

Das gehört in jede Reiseapotheke

Nicht nur Pflaster gehören in die Reiseapotheke! Foto: Fotolia

Urlaubszeit ist Freudenzeit. Wer denkt schon gerne darüber nach, dass einen auf Reisen eine Erkrankung oder Verletzung ereilen kann? Dabei machen Klimaveränderung, Urlaubsaktivitäten und Abwechslung auf dem Speiseplan unserem Körper bisweilen schwer zu schaffen. „Zudem sind in einigen Ländern Arzneimittel-Fälschungen weit verbreitet“, sagt Professor Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Und nicht überall auf Reisen ist eine Apotheke in direkter Nähe, ein deutsch- oder englischsprachiger Apotheker in Reichweite.  Eine gut sortierte Reiseapotheke gehört deshalb in jeden Koffer.

Daran müssen Sie denken:

  • Individuelle Medikamente: Wer regelmäßig Tabletten einnehmen muss, nimmt einen ausreichenden Vorrat mit in den Urlaub. Auf keinen Fall darauf spekulieren, dass es das Medikament auch im Urlaubsland gibt. Das gilt für die Antibaby-Pille genauso wie für sämtliche Mittel bei chronischen Erkrankungen (z.B. gegen Bluthochdruck, Diabetes etc.). Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob Nebenwirkungen mit Medikamenten bestehen, die Sie sonst noch in Ihrer Reiseapotheke haben.

  • Desinfektionsmittel: Sowohl ein Wunddesinfektionsmittel als auch ein Mittel zur Desinfektion von Flächen ist ratsam. Das eine hilft im Ernstfall, das andere beugt Infektionen vor.

  • Fieberthermometer: Glas ist ungeeignet, diese Thermometer können auf Reisen leicht zerbrechen. Bei digitalen Thermometern daheim die Batterien checken.

  • Schmerz- und Fiebermittel: Gegen leichte bis mittlere Schmerzen oder Fieber sind Medikamente mit Wirkstoffen wie Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure empfehlenswert. Optimalerweise nimmt man zwei Präparate mit, da nicht bei allen Erkrankungen blutverdünnende Stoffe wie Acetylsalicylsäure geeignet sind. Wer in freier Natur unterwegs ist, sollte zu Kautabletten greifen, die können auch ohne Wasser eingenommen werden.

  • Medikamente gegen Durchfall: Am Urlaubsort auf Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene achten. Falls alle Vorsicht nichts nützt, hilft ein Medikament gegen Durchfall, bewährt ist Loperamid, das stoppt den Durchfall sofort. Mit in die Reiseapotheke gehört auch ein Elektrolytpulver, das gleicht den Mineralienmangel nach Durchfällen im Körper aus.

  • Sonnenschutzmittel: Eine gute Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor ist Pflicht. Diese unbedingt von daheim mitnehmen, in den meisten Ländern sind Sonnencremes erheblich teurer als in Deutschland. Die Stärke des Lichtschutzfaktors immer entsprechend dem Reiseziel und dem individuellen Hauttyp aussuchen. Für den Fall, dass es doch zum Sonnenbrand kommt, gehört ein Antihistaminikum oder ein leichtes Cortisonpräparat in die Reiseapotheke.

  • Medikamente gegen Insekten: Ein Repellent, also ein Insektenabwehrspray, sollte bei jedem Urlaub in der Wärme dabei sein. Empfehlenswert sind Präparate mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET). Stechen Mücken und Co. doch, hilft ein Mittel zur Linderung des Juckreizes (z.B. mit Hydrocortison).

  • Anti-Erkältungsmittel: Draußen ist es brüllend heiß, im Hotel, im Bus, im Flieger aber dank Klimaanlage kühl bis eiskalt. So fängt man sich leicht eine Erkältung ein. Nasenspray gehört auf jeden Fall in die Reiseapotheke. Gleiches gilt für Tabletten gegen Halsbeschwerden und gegen Husten.

  • Verbandsmaterial: Pflaster in verschiedenen Größen, sterile Wundkompressen, Mullbinden, eine elastische Binde und Klebeband sind die Minimalausstattung.

  • Hilfswerkzeug: Eine kleine Schere (Achtung, diese darf bei Flugreisen nicht ins Handgepäck), eine Splitterpinzette und ein Paar Einmal-Handschuhe müssen mit in den Urlaub.

Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen:

  • Mittel gegen Übelkeit: Wer unter Reiseübelkeit leidet, sollte ein entsprechendes Medikament griffbereit haben. Vorsicht: Wirkstoffe wie Dimenhydrinat und Diphenhydramin wirken zwar sehr gut, machen aber auch sehr müde, also nur sparsam dosieren.

  • Medikamente gegen Verstopfung: Wer im Urlaub zu Verstopfung neigt, sollte ein mildes Abführmittel mitnehmen.

  • Fungizide: Gerade beim Baden fängt man sich schnell eine Pilzinfektion ein. Bestücken Sie Ihre Reiseapotheke deshalb mit einem Mittel gegen Infektionen im Fuß- und Unterleibsbereich, auch ein Präparat gegen Lippenherpes lohnt sich. Neigen Sie schnell zu Allergien, ist auch ein Antiallergikum ratsam.

  • Entzündungshemmer: Bei Prellungen und Zerrungen lassen entzündungshemmende Medikamente (z.B. mit Diclofenac) Schwellungen abklingen. Wer sich im Urlaub sportlich betätigt, sollte auf solche Arzneien nicht verzichten.

  • Augentropfen: Bindehautentzündungen sind im Urlaub keine Seltenheit, deshalb unbedingt ungeöffnete Augentropfen einstecken.

Für Globetrotter:

  • Malariatabletten: In den meisten Malariagebieten reicht es aus, ein Medikament für den Notfall (sogenannte Stand-by-Therapie) dabeizuhaben. Informieren Sie sich spätestens einen Monat vor der Abreise, ob eine Prophylaxe notwendig ist. Vor Ort sollte die Körpertemperatur in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

  • Spritzen: In sehr entlegenen Gegenden kann es sinnvoll sein, Spritzen und Kanülen mitzunehmen, auch ein Infusionsbesteck ist hilfreich.

  • Silbernitrat-Tabletten: Wer im Dschungel campt und Probleme bei der Beschaffung sauberen Wassers erwartet, der sollte diese Tabletten zur Entkeimung mitführen.

Für Reisende mit Kindern:

  • Kindgerechte Medikamente: Von Nasentropfen bis hin zum Fiebermittel, Eltern sollten stets auch kindgerechte Medikamente mitführen.

  • Spezieller Sonnenschutz: Für Kinder immer Cremes mit höchstem Lichtschutzfaktor wählen und nach jedem Gang ins Wasser nachcremen.

  • Trostpflaster: Wenn sich Kinder im Urlaub verletzen, schmälern kindgerechte Pflaster und Binden den Schmerz.


Wer seine Reiseapotheke einmal zusammengestellt hat, wähnt sich oft auf der sicheren Seite. Aber: Vor jeder Reise muss der Inhalt erneut kontrolliert werden. Haben die Arzneien ihr Verfallsdatum überschritten? Wenn ja, unbedingt austauschen. Die meisten Medikamente büßen an Wirksamkeit ein, wenn sie zu lange lagern. Bei Flüssigkeiten und Salben gilt das Verfallsdatum übrigens nur für die ungeöffneten Packungen.

Lagern Sie die Reiseapotheke nie an zu warmen Orten. Schmerz- oder Fieberzäpfchen können schmelzen, Cremes eintrocknen, Pflaster ihre Klebeeigenschaft einbüßen. Ist es im Hotelzimmer zu heiß, kann die Minibar ein geeigneter Lagerort sein. Der Kühlschrank darf dann aber nicht zu kalt eingestellt werden.


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Schlagwörter: Gesundheit

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