Weiterbildung

Da kann man was werden


SMAG setzt auf die Globalisierung – und schafft Chancen im Inland

Salzgitter. Dass die Metall- und Elektro-Industrie mit ihrer internationalen Ausrichtung eine Chancenwelt ist – das hat Florian Süß (26) früh  begriffen. 2006 hätte er schon zufrieden sein können, er hatte bei der Salzgitter Maschinenbau AG (SMAG) erfolgreich seine Ausbildung zum Mechatroniker absolviert.

Doch das reichte ihm nicht. „Ich habe von Anfang an mehr gewollt und das gegenüber meinen Vorgesetzten auch bekundet“, erzählt er. Kurz nach der Lehre beschloss er, sich vier Jahre lang abends an der Techniker-Akademie in Braunschweig zum Maschinenbautechniker weiterzubilden. SMAG hat ihn darin bestärkt, sogar die Abendschule finanziert.

40 Prozent mehr Umsatz als 2008

Jetzt macht er Karriere bei dem Mittelständler, der in Deutschland und China über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. „Er ist ein schönes Beispiel dafür, wie Unternehmen durch intensive Ausbildung und Qualifizierung den eigenen Führungsnachwuchs entwickeln können“, stellt der Vorstandsvorsitzende Sebastian H. Brandes fest.

Er setzt den jungen Mitarbeiter derzeit im Vertrieb und im Projektmanagement ein. „Menschen gezielt zu entwickeln“, so betont er, „ist angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels gerade für Mittelständler eine überlebenswichtige Aufgabe.“

Süss ist kein Einzelfall. 31 junge Leute machen derzeit allein am Hauptsitz in Salzgitter (500 Mitarbeiter) ihre Ausbildung, in bis zu acht verschiedenen Berufen. Der Nachwuchs wird mit Power geschult: im Verbund mit anderen Maschinenbaufirmen und in Kooperation mit zwei Fachhochschulen der Region.

SMAG ist zuletzt stark gewachsen: „Seit 2008“, so Brandes, „haben wir den Umsatz um fast 40 Prozent auf 117 Millionen Euro gesteigert, dabei ordentliche Erträge erwirtschaftet – und das in einer allgemeinen Krisenzeit.“

Gegründet wurde das Unternehmen 1919; es gehörte einst zum staatlichen Salzgitter-Konzern und ist seit 1991 in privater Hand. Das Hauptprodukt „Peiner Greifer“ ist weltweit ein Begriff: „Wir sind größter Hersteller von Kran-Greifern zum Be- und Entladen von Schiffen und anderen Transportfahrzeugen“, sagt Brandes. „Wir liefern in über 40 Länder, haben bei Greifern für die Seeschifffahrt 50 Prozent Weltmarkt-Anteil.“

Schon 1995 eröffnete die SMAG ein Werk in China – damals für einen Mittelständler etwas ganz Besonderes. Ab 2013 will man auch in Indien produzieren.

Bohrwagen für den weißen Bergbau

Neben Greifern, die 85 Prozent des Umsatzes ausmachen, produziert das Unternehmen auch Antennenträger für militärische und zivile Einsätze sowie schwere Bohrwagen für den sogenannten weißen Bergbau, also den Abbau von Kali, Salz und Gips.

„Unser Unternehmensziel ist ein profitables Wachstum vor allem auf den Exportmärkten, um damit die Arbeitsplätze im Inland  zu sichern“, fasst Brandes zusammen. „Zusätzliche Jobs in Deutschland gibt es künftig vor allem in den Stabsbereichen Forschung und Entwicklung, Produktmanagement, Marketing und Qualitätsmanagement.“

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