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Crossfit: Hartes Zirkeltraining lässt die Pfunde purzeln

Bottrop. Auf der Halde geht’s zur Sache. Dort trainieren die Kraftsportler des Fitness-Vereins Hartmetall Ruhrpott in Bottrop: Sie stemmen Fässer, ziehen an Ketten und schwingen den Hammer. „Drei Sekunden noch. Durchhalten, ihr Memmen“, brüllt Trainer Markus Adam. Seine Schützlinge stöhnen und prusten.

Training extrem – wie beim Drill der US-Armee verlangen die Übungen den Sportlern Höchstleistungen ab: Der Blutdruck schnellt in die Höhe, die Muskeln brennen. Crossfit heißt das Zirkeltraining, ein neuer Trendsport.

„Die Menschen wollen sich von der Masse abheben“, erklärt Stefan Hansen, Sportsoziologe von der Humboldt-Universität in Berlin.

Im Fitness-Center Hanteln stemmen? Langweilig. Stattdessen geht es in eine der bundesweit 160 Crossfit-Trainingsboxen. In den speziellen Studios trainierten im vergangenen Jahr laut der Unternehmensberatung Deloitte in Frankfurt über 30.000 Sportler.

Jetzt im Frühjahr verlegen viele Studios das Schinden nach draußen. Andere Anbieter lassen ihre Kundschaft gleich das ganze Jahr über in freier Natur antreten – im Bootcamp. „Viele packt dort der Ehrgeiz. Sie wollen immer noch einen Tick länger durchhalten“, so Christoph Adelmann vom Fitness-Anbieter The Original Bootcamp: Die Kölner schwingen in ihren Camps zwar keine Hämmer, das Prinzip aber ist das gleiche: Ständig in Bewegung bleiben, sich auspowern und im Team seine Grenzen ausloten. Adelmann: „Der Muskelkater am nächsten Tag ist garantiert.“

Die Bootcamper erobern regelmäßig Parks oder Naherholungsgebiete. Dann schallen abends harte Musik-Beats durchs Grüne. Damit wärmen sich die Outdoor-Sportler für ihr einstündiges Training auf.

Für Klimmzüge und Liegestütze müssen Baumstämme oder Parkbänke herhalten. An Gittern baumeln mitgebrachte Schlaufen für Armbeugen, auf dem Boden liegen Matten für Rückenübungen. Adelmann: „Wir nutzen das, was vor Ort vorhanden ist.“

Mittlerweile schwitzen über 4.000 Teilnehmer in 32 Städten in den achtwöchigen Bootcamps des Kölner Fitness-Anbieters. Drei Viertel davon sind Frauen. Sie wollen überschüssige Pfunde verlieren und Kondition aufbauen.

Die Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining sei im Prinzip eine gute Sache, so Sportwissenschaftler Karsten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Gießen: „Es sollte aber keine kurzfristige Hauruck-Aktion sein. Damit Sport positive Resultate bringt, muss er langjährig ins Leben integriert werden.“ Das sehen auch die meisten Bootcamper so: 80 Prozent von ihnen kommen wieder.

Infos im Internet:

hartmetallruhrpott.com

original-bootcamp.com

crossfit.com


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Es muss nicht gleich die große Umstellung sein. Um gesünder zu leben, kann man mit kleinen Schritten anfangen – zum Beispiel mit einem Spaziergang. Hier geht es zu weiteren Tipps vom Gesundheitsexperten Ingo Froböse.

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