Fortschritt

Coole Ideen …


… für die kalte Jahreszeit

Braunschweig. Puh, Scheibenkratzen! Dieser lästige Frühsport beginnt Autofahrer jetzt wieder zu nerven. Doch für Neuwagenkäufer kann er schon in drei Jahren der Vergangenheit angehören.

Passend zur kalten Jahreszeit haben Forscher vom Fraunhofer-Institut in Braunschweig gerade ihre neueste Entwicklung vorgestellt: die eisfreie Autoscheibe.

Eine ultradünne durchsichtige Schicht aus Indiumzinnoxid macht es möglich. Entwickler Bernd Szyszka: „Durch sie kühlt die Scheibe langsamer ab als der Rest des Wagens. Es kondensiert kein Wasser. Folglich gibt es auch kein Eis.“

Sensor warnt vor Glätte

Vielleicht macht dann auch noch eine weitere Erfindung den Autofahrern das Leben leichter – der „Glättesensor“. „Das System wertet Daten etwa zu Reibung, Raddrehgeschwindigkeit, Temperatur, Umgebungsverhältnissen aus und warnt den Fahrer frühzeitig vor Glätte oder Aquaplaning“, erklärt Entwickler Thomas Haas vom Auto-Zulieferer Continental.

Coole neue Ideen für den Winter helfen auch im Haushalt. Wie etwa die Fenster-Isolierfolie: Sie wird von innen auf den Rahmen geklebt und verringert den Wärmeverlust. „Bei Einfachverglasung empfehlenswert“, so der Bund der Energieverbraucher: „Im Idealfall kann man so die Wärmeverluste durch die Scheibe um 30 bis 50 Prozent verringern.“ Für nur 2,50 bis 5 Euro je Quadratmeter (zum Beispiel von Tesa).

Was für Sparfüchse die Isolierfolie, das ist für Kälteempfindliche elektrisch beheizbare Unterwäsche. „Mit Silber beschichtete Fäden wärmen Füße, Knie, Nieren, Schulter oder Nacken, je nach Einsatzzweck“, so Christoph Müller, Geschäftsführer von WarmX aus Apolda in Thüringen.

Den Strom für bis zu sechs Stunden mollige Wärme liefert ein Akku. „Die Heizwäsche ist speziell für Motorradfahrer, Skiläufer und Senioren gedacht“, so Müller.

Vor dem Auskühlen schützen auch Jacken, Pullover und Unterwäsche, die selber die Temperatur regulieren können. Sie enthalten Milliarden winzigster Kapseln.

Die speichern Wärme und geben sie bei Kälte an den Körper ab. Und sie verhindern, dass man schnell ins Schwitzen kommt. Das Material, das Astronauten und Arktis-Forscher getestet haben, kann man im Laden finden, unter dem Namen „Outlast“.

Creme gegen Frost

Wer Gesicht und Hände vor Kälte schützen will, braucht dafür nicht immer Textilien. Das Essener Unternehmen Evonik hat eine FrostschutzCreme entwickelt. „Sie bildet einen unsichtbaren Abwehrfilm auf der Haut und schützt so vor Frost, Wind und Schnee“, erklärt Forscherin Petra Allef die Neuheit „Stoko Frost Protect“.

Und wem das alles nicht genügt – selbst Bürgersteige lassen sich beheizen: Forscher machen es auf der nordjapanischen Insel Hokkaido vor, wo eine fast sibirische Kälte herrscht. Im Asphalt versenkte Gummi-Matten schmelzen den Schnee elektrisch.

Die leitfähigen Substanzen darin sind winzigste Kohlenstoff-Röhrchen. Die kommen übrigens von Bayer in Leverkusen.

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang