So bringt Ausmisten gutes Geld

Clever auf Ebay verkaufen: Ein Profi gibt Tipps

Markenklamotten, selten getragen? Dafür findet sich oft ein Käufer. Foto: Ebay

Zweibrücken. Jahresanfang: Da räumt mancher mal gründlich auf. Und im Keller, Speicher oder Kleiderschrank findet sich oft einiges, das zum Wegwerfen oder Verschenken zu schade ist. Mehr als beim Flohmarkt gibt’s über die einfach zu nutzende Auktionsplattform ebay.de – ein selten benutztes Tupperware-Set etwa kann da locker 25 Euro bringen, Sohnemanns alte Xbox über 100 Euro.

„Für Privatverkäufe ist Ebay die bevorzugte Plattform“, erklärt Mark Steier. Er sollte es wissen, der Mann betreibt in Zweibrücken mit wortfilter.de ein auf das Thema spezialisiertes Info-Portal, hat viele Jahre selbst massenweise Autoteile bei Ebay verkauft.

Nach eigenen Angaben hat Ebay Deutschland mehr als 17 Millionen aktive Mitglieder: „Nur 175.000 sind gewerbliche Verkäufer, der Rest Privatleute“, so Sprecherin Marita Zybok. Die aber natürlich nicht alle selbst verkaufen – viele „Ebayer“ gehen einfach nur auf Schnäppchensuche.

Aber wann ist es sinnvoll, Zeit ins Online-Verhökern zu investieren? Welche Sachen gehen gut weg? „Mode ist schwierig“, sagt Steier, „Markenkleidung bringt aber gutes Geld. Für altes Geschirr oder einfache Küchengeräte lohnt es sich meist nicht.“ Weiß man, wie ein Produkt genau heißt (etwa: „Lego Metroliner“), kann man bei Ebay rasch checken, ob es noch etwas wert ist – und ob überhaupt irgendjemand so etwas haben will: In der erweiterten Suche klickt man dazu „verkaufte Artikel“ beziehungsweise „beendete Angebote“ an.

Hat man mit dem Verkauf per Auktion oder Fixpreis-Angebot Erfolg, kassiert man das erzielte Geld. Ebay fordert dann Gebühren: 10 Prozent auf Verkaufserlös und Versandkosten. Das reine Anbieten selbst ist dagegen für Privatleute meist gratis. Für die ersten 20 Angebote pro Monat wird keine Einstellgebühr fällig (jedes weitere Angebot kostet 50 Cent). „Ebay bietet regelmäßig günstige Aktionen an“, weiß Steier, „wer die News auf der Webseite checkt, kann sparen.“

Der Experte rät dazu, sich beim Bezahldienst paypal.de anzumelden – zumindest wenn man regelmäßig etwas bei Ebay verhökern will. Denn Paypal bietet Käufern Schutz: „Das schafft Vertrauen in das Angebot.“

Achtung: Fotos unbedingt selbst aufnehmen!

Enorm wichtig für einen erfolgreichen Verkauf sind aussagekräftige Fotos. „Diese sollten mit einer Digitalkamera möglichst scharf aufgenommen werden“, rät Ebay-Sprecherin Zybok, „den Artikel dabei vernünftig ausleuchten und vor neutralem Hintergrund positionieren.“

Bilder aus dem Web oder von anderen Auktionen zu klauen, ist tabu: „Das ist eine Urheberrechtsverletzung, es drohen teure Abmahnungen“, warnt Steier. Auch bei der Zustandsbeschreibung ist Ehrlichkeit wichtig. „Geben Sie Mängel immer an“, rät er. Privatverkäufer sind übrigens zur Gewährleistung verpflichtet, wenn sie diese nicht explizit ausschließen. Daher sollte in der Artikelbeschreibung stehen: „Diese Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung von privat verkauft.“

Viele Ebay-Nutzer setzen auf eine schnelle Suche, die nur die selbst gewählte Artikelbezeichnung durchforstet. „Daher muss diese so präzise und aussagekräftig wie möglich sein“, empfiehlt Zybok. „Wer noch die Originalverpackung hat, sollte zudem die aufgedruckte EAN-Nummer einfügen“, ergänzt Steier. Dann werde die Auktion automatisch bei Google gelistet und sei so leichter auffindbar. Ebay bietet je nach Produkt Kataloge an, die die wichtigsten Artikelmerkmale zusammenfassen: „Die sollte man ruhig nutzen“, so Steier.

Startpreis 1 Euro? Kann man machen – ist aber oft nicht sinnvoll

Als Startpreis einer Auktion kann man zwar 1 Euro ansetzen – zum Beispiel bei Omas wuchtigem Ölbild eines anno damals bekannten Malers ist das aber nicht sinnvoll. Um nicht zu riskieren, solche Ware am Ende für 1 Euro versenden zu müssen, kann man einen Mindestpreis vorgeben. Diese Option kostet zwar extra Gebühren, das kann sich aber lohnen.

Beim Einstellen sollte man darauf achten, wann die Auktion endet. Die Startzeit bei Auktionen korrespondiert normalerweise mit der Endzeit. Heißt: Wenn ein Artikel um 21 Uhr eingestellt wird, endet die Auktion auch um 21 Uhr. „Die besten Start- und Endzeitpunkte sind mittags, weil viele dann im Büro surfen, und in den Abendstunden bis 20.15 Uhr“, erklärt Experte Steier. Auch bei den Wochentagen seien Unterschiede erkennbar – die meisten Bieter gebe es an Sonn- und Montagen: „Diese Tage sollte man mit der Auktionslaufzeit möglichst abdecken.“

Fragen beantworten, zügig versenden

Schließlich sollte man sich, während die Auktion läuft, um die potenziellen Kunden kümmern: Interessenten können zum Beispiel ergänzende Fragen zum Produkt stellen, die dann jeweils im Mailfach landen. „Darauf sollte man zeitnah und präzise antworten“, so Steier. Hat ein Verkauf geklappt, sollte das Produkt sofort nach der Bezahlung seitens des Käufers versendet werden.

Übrigens: „Wer zu viel zu schnell hintereinander verkauft, wird als gewerblicher Händler eingestuft, ist dann steuerpflichtig und muss weitere Auflagen erfüllen“, warnt Experte Steier. „Wer also in großem Umfang auf Ebay aktiv werden will, sollte vorab unbedingt seinen Steuerberater kontaktieren.“


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