Nachwuchs

Chemie-Show und Kristalle züchten


Spielemesse lockt mit vielen Ideen rund ums Lernen nach Stuttgart

Stuttgart. „Spielerisch lernen“ ist Trend. Spätestens seit der Bildungsstudie Pisa wollen Eltern ihrem Nachwuchs so auf die Sprünge helfen – bei Rechnen, Sprache, Naturwissenschaften oder Technik. Besonders begehrt: der Chemie-Experimentierkasten. Und Spiele mit Prädikat wie dem „Deutschen Lernspielpreis“. Beides gibt es jetzt auf der Süddeutschen Spielemesse in Stuttgart. Besucher können vom 18. bis 21. November dort selbst spielen, raten, tüfteln und entdecken.

Bei den ausgezeichneten Lernspielen 2010 dreht sich alles um Konzentration, Kombinationsgabe, Kreativität und Geschicklichkeit: Wer spürt beim „Schollenhüpfen“ die meisten Fische unter beweglichen Eisschollen auf (ab 3 Jahren)? Wer fängt einen Dieb anhand einer Geräuschspur („Wo war’s?“, ab 6)? Und wer kann Begriffe wie „Biene“ oder „Rasenmäher“ mit Lego-Steinen nachbauen („Creationary“, ab 9)?

„Eltern ist häufig gar nicht bewusst, dass viele Spiele wichtige Fähigkeiten wie Konzentration oder logisches Denken fördern“, so Ralf Ruhl, Redakteur bei „spielen und lernen“. Die Zeitschrift ist neben dem Nachhilfe-Institut „Studienkreis“ Initiator und Ausrichter des Lernspielpreises.

Aufgaben lösen, Modelle bauen, Geschicklichkeit trainieren oder selber forschen: Damit lassen sich Alt und Jung begeistern. Bestes Beispiel: der Experimentierkasten. In Sachen Chemie ist er der Klassiker schlechthin. Denn: Wenn es kracht und Funken sprüht, ist Lernspaß fast schon garantiert.

Den Klimawandel erforschen

Experimentierkästen sind Dauerbrenner auf dem Spielzeugmarkt. „Die laufen kontinuierlich gut“, weiß Tanja Weber vom Kosmos-Verlag. Seit 88 Jahren bringen die Stuttgarter Spiellabors für alle Altersklassen heraus.

Den Anfang machte 1922 ein Elektrobaukasten. Heute gibt es die Versuchskiste zu vielen naturwissenschaftlichen Themen, sogar Genetik, Klimawandel oder Brennstoffzelle. Der „Renner“ ist laut Weber „Kristalle züchten“, besonders bei Mädchen. Neu im Sortiment sind „Showexperimente“ für Kids ab 12 Jahren. Das Drehbuch für die bühnenreife Chemie-Vorführung liegt gleich mit im Kasten.

Lust auf mehr? Auf der Messe kann man Neuheiten und Klassiker testen oder die neuesten PC-und Konsolenspiele unter die Lupe nehmen (Halle 4). Im Forum Pädagogik gibt es zudem Anregungen und Infos zur Frühförderung von Kindern.

Gabriele Koch-Weithofer

Infos, Preise und Öffnungszeiten unter: www.stuttgarter-messeherbst.de

Info: Expertentipps zu Experimentierkästen

Die tollen Kästen sind in allen Preisklassen zu haben (schon ab 9 Euro und bis 180 Euro). Tipps für Eltern von der Technik-Redaktion Kosmos-Verlag:

Altersangaben beachten! Die berücksichtigen Wissensstand, Lernvermögen und altersgerechte Bedürfnisse. Wer hier vorausgreift, liegt schnell daneben.

Zusammen experimentieren! Das macht Spaß und fördert die Eltern-Kind-Beziehung.

Nicht vergessen: Experimente sind Ver­suche! Nicht alles klappt auf Anhieb. Tipp: Zum Weitermachen ermutigen und gemeinsam herausfinden, wo der Fehler lag. Kinder gehen einer Sache gern auf den Grund.

Eine experimentierfreudige Umgebung schaffen! Kinder brauchen Platz, wo sie sich ausbreiten können und wo auch schon mal ein Wasserbecher umfallen kann.

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