Grillen

Brutzeln ohne Ärger

Wer häufig grillt, macht sich nicht nur Freunde …


Ob Steak, Wurst, Fisch oder Gemüse: Im Sommer wird gegrillt! Doch steigt der Rauch in Nachbars Wohnung, kann das schnell zu Ärger führen. Also ist es gut zu wissen, was geht – und was nicht.

„Steht im Mietvertrag, dass Grillen verboten ist, muss sich der Mieter daran halten“, betont Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Wer trotzdem grillt, kann abgemahnt werden, mehrere solcher Abmahnungen können zur Kündigung des Mietvertrags führen. Das ist zumindest die Meinung des Landgerichts Essen. „Allerdings steht in den meisten Mietverträgen gar nichts zum Thema“, weiß Experte Ropertz, „und dann darf gegrillt werden.“

Aber nur, wenn Rauch und Qualm die Nachbarn nicht belästigen! Denn das verstößt gegen die Landesimmissionsschutzgesetze. „Und in so einem Fall kann der betroffene Nachbar das Ordnungsamt oder die Polizei rufen“, warnt Ropertz. Darum sollte, wer auf einem kleinen Balkon nah am Nachbarn brutzeln will, auf den Holzkohlegrill verzichten und einen Elektrogrill einschalten. „Denn über den Geruch des Gegrillten kann sich niemand beschweren“, erklärt Ropertz.

Das gilt im Prinzip auch für Eigentümer. Gerold Happ vom Verband Haus & Grund rät jedoch dazu, auch im Einfamilienhaus mit Garten Rücksicht zu nehmen und den Grill so zu platzieren, dass der Geruch nicht direkt in die Behausung der Nachbarn strömt. „Außerdem ist es sinnvoll, die Nachbarn vorzuwarnen.“ Das müsse zwar nicht sein, wenn abends schnell zwei Steaks gegrillt werden, sei aber ratsam, wenn man viele Freunde zu einem Grillfest eingeladen habe.

Es gibt diverse Urteile zur Frage, wie oft man in einem Monat grillen darf und wie früh man das ankündigen muss. „Es gibt aber kein höchstrichterliches Urteil dazu“, sagt Happ – also keine verbindliche Rechtsprechung mit bundesweiter Geltung.

Eigentümergemeinschaften sollten sich daher überlegen, wie sie mit dem Thema Grillen umgehen. „Ist ein Beschluss in der Eigentümerversammlung gefasst, ist dieser bindend für alle“, betont Happ. Auch dann, wenn die Grill-Regel nur mehrheitlich beschlossen wurde.

Verbieten der Mietvertrag oder ein Eigentümer-Beschluss das Grillen, kann man in vielen Städten in einen Park gehen. Allerdings ist Grillen im Grünen nicht überall erlaubt. Größere Städte veröffentlichen im Internet ihre Grillregeln (am Ende des Artikels finden Sie einige Links). In kleineren Orten sollte man im Rathaus nachfragen, bevor man seinen Grill aufstellt.

Dass jeder vernünftige Zeitgenosse eine private Haftpflichtversicherung braucht, ist eine Binsenweisheit. Mehr dazu finden Sie hier.

Diese Police hilft auch, wenn ein Mensch beim Grillen verletzt wird oder es zu einem Brand kommt. Die private Haftpflichtversicherung eines Mieters zahlt sogar, wenn er grob fahrlässig gehandelt hat oder Grillen laut Mietvertrag verboten ist. „Der Mieter muss aber den Brand verschuldet haben, beispielsweise, weil er Brennspiritus eingesetzt hat“, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Anders kann es bei Immobilieneigentümern aussehen: Für sie ist je nach Schaden oft die Wohngebäudeversicherung zuständig und nicht die private Haftpflicht. „Die Wohngebäudeversicherung reduziert möglicherweise bei grober Fahrlässigkeit des Eigentümers die Erstattung“, sagt Boss. Wer wissen möchte, wie seine Versicherung mit dieser Frage umgeht, sollte einen Blick in den Vertrag werfen - nicht nur, um bei einem Grillunfall ausreichend geschützt zu sein.

Grillen in der Großstadt

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