Überraschungspakete aus dem Web

Brandnooz, Glossybox & Co.: Was Abo-Boxen taugen

Foto: Fotolia

Wer Weihnachten und Geburtstage toll findet, weil es dann so viele Überraschungen gibt, wird einige Abo-Services aus dem Internet lieben: Da kann man sich nämlich monatlich gegen eine Gebühr ein Paket schicken lassen – weiß aber nicht, was genau der Inhalt ist. Bei Brandnooz beispielsweise sollen immer neue Lebensmittelprodukte enthalten sein. Lindt stellt Schokolade zusammen, MyCouchbox alles für einen Snack vor dem Fernseher, Glossybox Kosmetika – wahlweise für sie oder ihn.

Verschiedene Angebote für Produkt-Käufer und -Tester

Je nach Anbieter unterscheidet sich das Modell: Bei Glossybox oder dem Lindt Chocoladen Club steht im Vordergrund, sich selbst monatlich etwas Schönes zu gönnen beziehungsweise neue Produkte kennenzulernen. Doch MyCouchbox und Brandnooz lassen die geschickten Lebensmittel auch bewerten. Für jede Bewertung sammelt man bei beiden Anbietern Bonuspunkte. Hat man ausreichend Punkte zusammen, bekommt man beispielsweise bei MyCouchbox ein weiteres, kostenloses Paket zugeschickt.

Brandnooz hat speziell für Abonnenten der Monatsbox weitere kostenpflichtige Themenboxen im Angebot – zum Beispiel eine WM-Box, die im Juni verschickt wird. Außerdem gibt es bei dieser Plattform immer wieder Tests, für die man sich bewerben kann. Im April beispielsweise suchte Brandnooz 2.500 Tester, die vier verschiedene Buttersorten eines Herstellers probieren durften. Wer nach der Bewerbungsphase ausgewählt wurde, bekam bis zu zwölf Päckchen Butter. Dem Hersteller geht es bei diesen Tests auch darum, ein Produkt über die sozialen Medien und per Mund- Propaganda bekannter zu machen. Der Schuss geht natürlich dann nach hinten los, wenn die Tester das Produkt nicht mögen.

Einige Unternehmen wie die Drogeriekette dm oder Douglas haben theoretisch Monats-Überraschungsboxen im Angebot – allerdings in limitierter Auflage. Derzeit gibt es bei beiden keine Aktionen beziehungsweise keine freien Abonnements. Die Firmen informieren über neue Abo-Möglichkeiten auf ihren Homepages.

Preise und Vertragsbedingungen der Überraschungspakete

Die Boxen der verschiedenen Anbieter liegen zwischen monatlich 9,90 Euro inklusive Versand und etwa 25 Euro plus Versand wie beim Lindt Chocoladen Club. Die Anbieter versprechen, dass der Inhalt der Boxen deutlich teurer als der bezahlte Betrag sein soll, das lässt sich aber vom Kunden kaum nachprüfen.

Bei einigen Plattformen hängt der Preis auch davon ab, ob man das Überraschungspaket für drei Monate abonniert, für ein halbes Jahr, ein Jahr – oder mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit. Die Kündigung ist unter Umständen erst nach Erhalt der zweiten Sendung wie beispielsweise beim Lindt Chocoladen Club möglich. Je länger das Abo laufen soll, desto günstiger ist bei einigen Plattformen der Paketpreis.

Allerdings kann das auch zulasten des Verbrauchers gehen: „Wer den Abo-Preis im Voraus bezahlt, läuft Gefahr, sein Geld zu verlieren, wenn die Plattform pleite sein sollte“, warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch die Abonnementsbedingungen sollte man sich ganz genau in den allgemeinen Geschäftsbedingungen ansehen: „Es gibt Anbieter, bei denen das Abo sich nach der gebuchten Laufzeit automatisch um die gleiche Laufzeit verlängert“, so der Verbraucherschützer. In diesen Fällen fährt man mit einem monatlichen Kündigungsrecht manchmal besser, selbst wenn dadurch jedes Paket etwas teurer ist.

Gefällt einem übrigens der Inhalt eines Paketes nicht, hat man im Zweifel Pech gehabt: „Das Abo kann man zwar beim Abschluss widerrufen, nicht aber einzelne Pakete zurückschicken“, sagt Verbraucherschützer Tryba. Ausnahme: Das Unternehmen lässt das aus Kulanzgründen zu. Um das herauszufinden, sollte man in die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Plattform schauen oder Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen.

Gute Erreichbarkeit oder nette Nachbarn

Wer ein Überraschungspaket aus dem Internet abonniert, sollte möglichst zu Hause sein, wenn der Paketbote klingelt. Sonst geht das Paket zur Poststation – was zusätzliche Lauferei bedeutet. Oder es landet bei einem Nachbarn. Der nimmt sicherlich gerne mal ein Paket an. Ob er das jedoch regelmäßig mindestens einmal im Monat machen möchte, sollte vorher abgeklärt werden. Eine Alternative ist, sich das Paket an eine Packstation schicken zu lassen.

Auswahl an Überraschungspaketen

Einen Überblick über Abo-Boxen gibt es im Internet unter: boxenwelt24.de. Allerdings existieren einige der dort vorgestellten Angebote nicht mehr. Auf der zugehörigen Facebook-Seite gibt es laufend aktuelle Informationen: facebook.com/boxensuechtig.

Mehr zum Thema:

Paketabgabe beim Nachbarn: Was darf der Postbote?


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang