Silber, Salz und Eisenerz

Besucherbergwerke gewähren tiefe Einblicke in die Unterwelt von Baden-Württemberg

Freiburg im Breisgau. Noch einmal die warme Frühlingssonne spüren – dann geht es tief hinein ins kühle Innere des Schauinsland. „Erzkasten“ wurde der Freiburger Hausberg früher genannt, des Silbers wegen, das hier seit dem Mittelalter abgebaut wurde.

Heute ist die Grube Schauinsland das größte der 14 Besucherbergwerke im Schwarzwald. Auf der Suche nach Silber, Blei und Zink wurde in 800 Jahren ein rund 100 Kilometer langes unterirdisches Bauwerk geschaffen, das sich auf 22 Etagen verteilt.

Mit Schutzhelm, Kopflampe und Handschuhen ausgerüstet klettern Besucher ab zwölf Jahren über bis zu 13 Leitern in die Grube hinunter. Bei zehn Grad über null ist auch im Sommer warme Kleidung angesagt.

Die längste Führung dauert zweieinhalb Stunden. Speziell für Kinder eignet sich ein 45-minütiger ebenerdiger Spaziergang ins Bergwerk. Die Grubenbahn fährt die Besucher im Tiefen Stollen in Aalen-Wasseralfingen 400 Meter tief in den Braunenberg hinein. Im einzigen Besucherbergwerk der Schwäbischen Alb wurden Erz und Sand für die Gießerei abgebaut. Eine Multimediaschau informiert über Abbauverfahren und Gießereitechnik, bevor es bei kühlen elf Grad auf einen 800 Meter langen Rundgang geht. Die eineinhalbstündige Führung informiert über die Erzgewinnung sowie den Transport unter Tage und zeigt die Bergtechnik – einschließlich einer realistisch inszenierten Sprengung.

Ein Förderkorb führt im Besucherbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf 180 Meter tief runter. Dort wurde in gewaltigen unterirdischen Kammern Salz abgebaut. Eine Gedenkstätte erinnert an KZ-Häftlinge, die während des Zweiten Weltkriegs in den bombensicheren Stollen eine Rüstungsfabrik anlegen sollten. Interaktive Präsentationen veranschaulichen auf dem Rundgang unter Tage die Geschichte des Salzbergbaus und die Abbautechnik im Wandel der Zeiten.

Die Besucher können zudem Schausprengungen selbst auslösen oder den Kuppelsaal mit seinen Reliefs im Salz bewundern. Wer zum Abschluss die 40 Meter lange Rutsche hinuntersaust, fühlt sich wie ein echter Bergmann.

Mehr Informationen unter

schauinsland.de

tiefer-stollen.de

salzwelt.de

Die Saison im Besucherbergwerk Tiefer Stollen dauert noch bis 6. November. Das Museumsbergwerk Schauinsland hat vom 1. Mai bis 1. November geöffnet, das Besucherbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf vom 1. Mai bis 3. Oktober.


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