Märchenhafte Wege

Bergtouren in Bayern bieten viel Natur – und Geschichte(n)

Garmisch-Partenkirchen / Schönbuchen / Lohr. Alpen, Spessart, Rhön oder Bayerischer Wald – Bayern ist ein Paradies für Bergwanderer. Überall gibt es Gipfel mit ihrem ganz eigenen Charme in oft unberührter Natur. Im Fichtelgebirge lassen sich sogar gleich zwölf an einem Tag besteigen.

Der Freistaat ist mit 32,5 Millionen Gästeankünften 2014 das beliebteste Feriengebiet Deutschlands. Und für 42 Prozent der Besucher zählt Wandern zur wichtigsten Urlaubsaktivität, zitiert ein Sprecher des Bayerischen Wirtschaftsministeriums eine Umfrage aus dem vergangenen Jahr.

Junge Leute seien ebenfalls gerne zu Fuß unterwegs, lieber individuell als in Gruppen, neuerdings gerne auf Themenpfaden oder Pilgerwegen. Auch abseits der Berge erwartet sie ein riesiges Wegenetz. Insgesamt ist es rund 40.000 Kilometer lang.

Darunter sind märchenhaft schöne Abschnitte – mit toller Bergkulisse und reich an Geschichte und Geschichten. Wie etwa der Aufstieg zum Königshaus am Schachen. Es liegt im Wettersteingebirge südlich von Garmisch-Partenkirchen auf 2.000 Meter Höhe. Märchenkönig Ludwig II. ließ das Schlösschen 1872 fertigstellen.

Zunächst geht es auf einem Forstweg hinauf, der eigens für den König angelegt wurde. Danach führt ein Steig weiter, auf dem man sich still und schön dem Monarchen nähert.

Lichtdurchtränkte Herbstluft hüllt die schroffen Wände des Wettersteins gerne in einen märchenhaften Schleier. Oben angekommen scheint das schmucke königliche Holzhaus ruhig, ja ergeben ins Partenkirchner Tal zu blicken.

Die Sonne spielt mit den Buntglasfenstern und zaubert drinnen im maurischen Saal die Farben des Regenbogens auf goldenes Schnitzwerk. Ein lohnender Abstecher während des Abstiegs ist der zauberhafte Alpengarten, ein Ableger des Botanischen Gartens in München.

Ähnlich schöne Wege wie beim Märchenkönig findet man auch im Bayerischen Wald. Vom Ort Schönbuchen etwa kann man zur Räuber-Heigl-Wanderung starten. Auf 14 Kilometern entlang des Fernwanderwegs Ostsee–Adria müssen 600 Höhenmeter überwunden werden. Es geht vorbei an der Räuberhöhle, in der der Sozialrebell Michael Heigl gelebt haben soll. Er bestahl die Reichen und wurde so zum Held der Armen.

Auch das schmucke Lohr am Main lockt Wanderer mit einer wahrlich märchenhaften Geschichte. Vom Ort in Unterfranken aus führt eine romantische und bis zu 35 Kilometer lange Schneewittchen-Wanderung in den umliegenden Spessart.

Ob die Brüder Grimm sich in ihrem Märchen wirklich auf das Schicksal einer hiesigen Adelstochter bezogen, ist nicht belegt. Doch der dunkle Wald, in dem Erzvorkommen schlummern, die einst von Kindern abgebaut wurden, passt einfach gut zu der Geschichte mit den sieben Zwergen.


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Das erlebt man in 140 Metern Tiefe: Mit Grubenbahn und Rutsche in die Unterwelt, Multivisions-Projektionen mit Laser-Show, Bergwerksdinner im Kerzenschein. Oder: Erholung für die Atemwege bei einer Übernachtung.

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