Vernetzte Mobilität

Bequem pendeln und reisen: Clevere Angebote kombinieren Auto, Bus, Bahn und Bike


Köln. Gas geben mit seinem Mercedes in Goldmetallic: Für den Schauspieler Ralf Richter, bekannt aus dem kultigen PS-Streifen „Manta – Der Film“, gibt es kaum etwas Schöneres. Manchmal aber bekommt der Ruhrpott-Typ echt Puls: „Staus und Parkplatzsuche, das geht gar nicht.“

So genervt wie Richter sind immer mehr Autoliebhaber. „Gerade in Ballungszentren suchen die Menschen nach Alternativen“, sagt Melanie Herget vom Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel in Berlin.

Der neue Trend: Bus, Bahn, Auto und sogar das Fahrrad intelligent verknüpfen. Darauf fährt auch Kult-Star Richter ab. Er wirbt für die Mobilitätskampagne „Nur Auto war gestern“. Mit ihr wollen der ADAC und der Verkehrsverbund Rhein Sieg im Großraum Bonn mehr Autofahrer in Bus und Bahn locken.

„Vernetzte Mobilität nimmt per Internet und Smartphone richtig Fahrt auf“, so Herget. Besonders durch Mobilitäts-Apps wie „Moovel“ fallen die Barrieren zwischen den Verkehrsmitteln. Das von Daimler entwickelte Programm kann gratis aufs Smartphone geladen werden.

Erst Start und Ziel eingeben – anschließend sucht die App die passenden Verkehrsmittel

Wer zum Beispiel am Düsseldorfer Bahnhof steht, gibt sein Ziel über das Display ein und bekommt eine Route durch die Stadt präsentiert, einschließlich Fahrtdauer und Kosten. Die App greift auf die Fahrpläne der öffentlichen Verkerhrsmittel, das Angebot der Car-Sharing-Flotte Car2go oder Taxis und sogar auf Mitfahrbörsen zu. Bald sollen auch Bike-Sharing-Angebote hinzukommen. Solche Apps decken immer größere Regionen ab.

Zusätzlich zu Stuttgart und Berlin hat Moovel seit April die Netzpläne samt Fahrtzeiten des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr im Programm, dem größten Verkehrsverbund Europas mit jährlich einer Milliarde Bus- und Bahnfahrten.

Selbst die Tarife der unterschied­lichen Verkehrsmittel wachsen zusammen. So können in Berlin seit Dezember 2012 Besitzer der Mobilitätsbahncard die örtlichen Bus-, S-Bahn- und Tramangebote beliebig nutzen. Die Karte erlaubt es außerdem, ein Auto oder Fahrrad aus der Sharing-Flotte der Bahn zu ordern.

Der Verkehrsmix funktioniert auch auf dem Land: Im westfälischen Mettingen radeln 25 E-Bike-Nutzer zu einer Haltestelle. Von dort bringt der Schnellbus des Regionalverkehrs Münsterland sie über die niedersächsische Landesgrenze nach Osnabrück zur Arbeit. Das Komplettabo, mit Busticket, Fahrradboxmiete und Reparaturservice kostet 77 Euro im Monat. Das neue Angebot brachte der Buslinie im vergangenen Jahr 10 Prozent mehr Fahrgäste.

Neuerdings stehen weitere Fahrräder am Osnabrücker Busbahn­hof – für die letzten Kilometer bis zum ­Arbeitsplatz.

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