Urteil

Bei Hotelbuchungen: Mehr Rechte für Reisende

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Wer ein Hotel über einen Reiseveranstalter bucht, ist unter Umständen genauso gegen Insolvenz versichert, wie ein Urlauber, der eine komplette Pauschalreise zum Beispiel mit Flug, Mietwagen und Unterkunft bucht. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden (BGH, 20.5.2014, X ZR 134/13).

„Auch wenn man sich nur für einen einzelnen Baustein aus dem Katalog oder vergleichbare Internetauftritte entscheidet, wird darauf das Reisevertragsrecht angewendet“, erklärt die Münchner Rechtsanwältin Petra Heinicke, Mitglied im Vorstand des Deutschen Anwaltvereins. „Das bedeutet, dass der Veranstalter für den Fall einer Insolvenz dafür sorgen muss, dass dem Kunden der Reisepreis, im vorliegenden Fall die Hotelbuchung, erstattet wird.“

Für die Buchung von lediglich einem Hotelaufenthalt, der nicht auch in Kombination mit weiteren Leistungen wie etwa Flug oder Mietwagen angeboten wird, oder gar die Direktbuchung beim Hotel gelte dies allerdings nicht, so die Anwältin. Sondern nur, wenn dieser Hotelaufenthalt auch als Baustein eines Reisepakets zu haben sei.

Reise geplatzt wegen ungültigem Pass

Geklagt hatte ein deutsch-italienisches Paar. Es ging um einen Hotelaufenthalt in New York (USA) mit vier Übernachtungen zum Gesamtpreis von 880 Euro. Die Reise scheiterte allerdings nicht wegen Insolvenz, sondern weil die Frau nicht in die USA einreisen durfte, da ihr italienischer Pass nur innerhalb der Europäischen Union und für den Transit durch Nicht-EU-Staaten gültig war.

Das Reisebüro hätte sie ungefragt darauf hinweisen müssen, argumentierte das Paar, dass man für die Reise nach New York einen weltweit gültigen Reisepass besitzen müsse. Vor dem Landgericht Frankfurt am Main hatte es damit Erfolg (LG Frankfurt, 26.9.2013, 2-24 S 181/12). Vor dem BGH scheiterte es jedoch. Es sei Sache der Touristen und nicht des Reisebüros, sich um ihre Papiere zu kümmern, so die Richter.

„Der Veranstalter hat die Hotelunterkunft als eigene Leistung angeboten, die sich in sein Gesamtprogramm für Reiseleistungen verschiedener Art einfügt und genauso gut auch in Kombination mit einer zweiten Leistung bei ihm hätte gebucht werden können“, so die Richter weiter. Damit unterliegt der Vertrag, wie ein Pauschalurlaub, dem Reisevertragsrecht. Daraus kann man wiederum ableiten, dass Reisende auch in diesem Fall einen Sicherungsschein bekommen, der ihnen als Versicherung gegen Insolvenz des Veranstalters dient. Laut Gesetz muss der Reiseveranstalter einen solchen Schein für Pauschalreisen – und auch Bausteine davon, ausgeben. Geht der Veranstalter pleite, erhält der Reisende sein Geld zurück.


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