Das Geschäft mit den heißen Quellen

Bayerische Heilbäder sorgen für Genesung und Erholung

Bad Füssing/Bad Kissingen. Sich in warmem Wasser schwerelos treiben lassen: Wer träumt nicht davon, nasskaltem Winterwetter zu entfliehen? Möglich ist das in den 50 staatlich anerkannten Heilbädern Bayerns.

In der Welt der Thermen lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Denn schon die Römer fanden Thermalwasser prima und wussten: Es hilft gegen Rheuma und beruhigt die Haut.

So lassen sich heutzutage im niederbayerischen Bad Füssing, dem wichtigsten deutschen Gesundheitsreiseziel, jährlich 1,6 Millionen Besucher in der größten Thermenlandschaft Europas verwöhnen. Das ist allerdings einem Zufall zu verdanken.

„1938 hat man hier nach Öl gebohrt und nur heißes, schwefelhaltiges Wasser gefunden“, sagt Kurdirektor Rudolf Weinberger. „Heute sind wir froh darüber.“ Aus 1.000 Meter Tiefe sprudelt das 56 Grad warme Wasser nach oben, täglich 2,4 Millionen Liter. Es wirkt gegen Gelenkerkrankungen, Rheuma, Osteoporose und Rückenbeschwerden.

Heilbäder und Kurbetriebe im Freistaat sind eine wichtige Säule des Fremdenverkehrs: In den vergangenen Jahren erwirtschafteten sie jeweils einen Gesamtumsatz von rund 3,7 Milliarden Euro. 22 Millionen Übernachtungen wurden pro Jahr gezählt.

Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbands, erwartet, dass es mit den Zahlen künftig nach oben geht. Zum einen weil die Lebenserwartung weiter steigt, zum anderen weil das Gesundheitsbewusstsein zunimmt.

Bekanntester Kurort Deutschlands ist laut einer Emnid-Umfrage Bad Kissingen in Unterfranken. „Die sieben Heilquellen sorgten schon im 19. Jahrhundert für berühmte Gäste wie die Kaiserin Sisi oder den bayerischen König Ludwig II.“, erzählt Kurdirektor Frank Oette.

Viele Kurorte werben zusätzlich mit Kulturveranstaltungen. Gesund bleiben oder werden soll schließlich Spaß machen. Und so gibt es nicht nur Trinkhallen, Kurgärten, Moor- und Thermalbäder, Saunen und Kneippanlagen, sondern zum Beispiel in Bad Füssing ein 14-köpfiges Kurorchester und jährlich rund 2.000 Angebote aus Musik, Theater und Kunst.

Seit kurzem arbeiten die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und die Heilbäder in einem „Bündnis für gesunde Mitarbeiter“ zusammen: Beschäftigte können Urlaub in einem Kurort verbringen – mit Unterstützung der AOK und einem freiwilligen Zuschuss des Arbeitgebers.


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