Auf dem Kamel durchs Allgäu

Bayerische Farmen bieten Wanderungen mit exotischen Tieren an

Seeg/Mangfalltal/Leipheim. Warum in die Ferne schweifen? Eine lange Reise muss niemand antreten, um exotische Tiere zu erleben. Die gibt es schließlich auch in Bayern. Dort, wo früher Kühe auf der Wiese standen, sind gar nicht so selten Kamele, Lamas oder Strauße zu sehen.

Seit 20 Jahren zieht Christine Sieber mit ihren Kamel-Karawanen durch die Allgäuer Voralpenlandschaft. Vom oberschwäbischen Örtchen Seeg aus bietet die gelernte Bürokauffrau Ausritte auf einem ihrer zwölf Kamele während des ganzen Jahres an. Denn selbst mit Schnee haben die für den heißen Sand der Wüste geschaffenen Tiere keine Schwierigkeiten.

„Kamele haben ja sehr breite, weiche Füße. Nur bei Eis rutschen sie leicht aus“, sagt Sieber. Auch mit dem Klima kommen sie gut zurecht. „Niedrige Temperaturen vertragen die Tiere gut“, so Sieber. „In der Mongolei ist es ja noch kälter als bei uns.“

Lamas spucken Menschen an? Das Gerücht ist so hartnäckig wie falsch

Auf nahen Verwandten der Kamele, den Lamas, kann man zwar nicht reiten. Dennoch bietet Olaf Fries, der diese Tiere seit mehr als sechs Jahren hält, Wanderungen mit ihnen im oberbayerischen Mangfalltal an. „Lamas sind einfach toll“, schwärmt Fries. „Neugierig, aber nicht aufdringlich und sehr gute Begleiter auf Touren.“ Übrigens: Dass die Tiere aus Südamerika Menschen anspucken, ist ein hartnäckiges Gerücht, aber falsch, so Fries.

Nach Afrika versetzt fühlen sich die Besucher der Straußenfarm Donaumoos im schwäbischen Leipheim. Denn nahe Günzburg tummelt sich eine inzwischen nicht mehr ganz so exotische Nutztierart. Eigentlich sind die riesigen Laufvögel in Südafrika und Namibia zu Hause. Seit 1993 züchtet Familie Engelhardt Strauße in Schwaben. Sie werden allerdings gehalten, um Eier und Fleisch zu verkaufen. Eine Besichtigung der Farm mit rund 400 Tieren ist dennoch möglich – und besonders für Kinder ein Erlebnis.

Als exotische Landschaftspfleger retten im Spessart Wasserbüffel die bayerische Wildnis. Wer durch das idyllische Hafenlohrtal wandert oder radelt, bekommt vielleicht die 19-köpfige Herde zu Gesicht. Die Büffel beweiden dort die Feuchtwiesen und verhindern, dass sie zuwuchern. Ursprünglich stammen die Tiere von indischen Wasserbüffeln ab, die dann durch Zucht an unser kühles Klima angepasst wurden. Im Mai geht die Arbeit für die Büffel wieder los. Unterstützt werden sie dann von acht Kälbern, die in diesem Winter auf die Welt kamen.

Mehr als 150 Vogelarten von allen fünf Kontinenten gibt es nahe Passau im Vogelpark Irgenöd zu bestaunen. Papageien, Hornvögel oder Emus – so nah wie dort kommen die Besucher den Vögeln in freier Wildbahn nicht. Und jetzt im Frühjahr schlüpfen viele Küken.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang