Alte Dampfloks, Schienenbusse und Straßenbahnen

Bahn-Nostalgie in Nordrhein-Westfalen: Jetzt rollen wieder die alten Schätzchen

1977 endete die Ära der Dampfloks auf westdeutschen Schienen. Fotos aus den letzten Jahren der Dampfrösser sind jetzt in Witten zu sehen. Außerdem fahren nun in NRW wieder zahlreiche Nostalgie-Züge.

Dampfross: Die „Bieberlies“ vor einem Museumszug der Sauerländer Kleinbahn. Foto: Jung

Dampfross: Die „Bieberlies“ vor einem Museumszug der Sauerländer Kleinbahn. Foto: Jung

Lasttier: Die Rangierlok „Typ Krefeld“ 1972 auf der Zeche Radbod in Bochum-Hövel. Foto: Pflaum

Lasttier: Die Rangierlok „Typ Krefeld“ 1972 auf der Zeche Radbod in Bochum-Hövel. Foto: Pflaum

Straßenbahn: Sie fährt auf der Strecke der Bergischen Museumsbahnen. Foto: Esser

Straßenbahn: Sie fährt auf der Strecke der Bergischen Museumsbahnen. Foto: Esser

Schienenbus: Der Oldie der Ruhrtalbahn verbindet als Sonderzug Bochum und Hagen. Foto: Ruhrtalbahn

Schienenbus: Der Oldie der Ruhrtalbahn verbindet als Sonderzug Bochum und Hagen. Foto: Ruhrtalbahn

Witten. Dicke Rauchwolken wabern auf den Bildern, dunstverhangen ist die Luft. Fast erscheinen auch die Fotos rußgeschwärzt, so atmosphärisch dicht sind die Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die das Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten jetzt zeigt. „Dampfzeit – Als die Loks noch rauchten“ heißt die Ausstellung. Über 140 Jahre lang zogen die majestätischen Dampflokomotiven Güterwaggons oder beförderten Passagiere.

Noch im Jahr 1970 unterhielt die Deutsche Bundesbahn (DB) mehr als 1.600 Dampfloks. Sieben Jahre später endete deren Ära. Aus dieser letzten Zeit stammen die Fotos von Gerd Lübbering und Thomas Pflaum.

Die Dampfgiganten mit ihren unverwechselbaren Klängen, Gerüchen und Betriebsabläufen faszinieren ebenso wie alte Straßenbahnen und Schienenbusse – damals wie heute. Und so ist es nicht erstaunlich, dass es in Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich viele Museumsbahnen, Eisenbahnmuseen, historisch erhaltene Bahnanlagen und denkmalgeschützte Gebäude gibt. Fast immer sind es Vereine, die mit großem Einsatz die alten Schätzchen am Laufen halten.

Den größten Überblick bekommt man im Bochumer Eisenbahnmuseum. Dort vermitteln mehr als 120 Schienenfahrzeuge 150 Jahre Eisenbahngeschichte. In den nostalgischen Zügen geht es zu Zechen und Stahlwerken. Dampfzug und Schienenbus fahren aber auch regelmäßig auf der Strecke der Ruhrtalbahn. Die Schaffner tragen Abreißblöcke, und in den Klassen eins bis vier gibt es einfachen bis gehobenen Komfort.

Schaffner in historischen Uniformen knipsen Billets ab

Erinnerungen an die gute alte Zeit weckt auch die Sauerländer Kleinbahn, wenn am romantischen Bahnhof Herscheid-Hüinghausen alte Lederkoffer auf dem Bahnsteig stehen und Schaffner in historischen Uniformen die Billets abknipsen, bevor die „Bieberlies“ in Richtung Plettenberg abdampft.

Ein Highlight steht noch vor der Winterpause an: die Sonderfahrten rund um den 6. Dezember. Dann steigt in vielen Museumsbahnen der Nikolaus zu. Wie etwa bei der Selfkantbahn am Niederrhein – mit einem Sack voller Geschenke. Tickets sollte man sich besser jetzt schon besorgen. Die Fahrten sind nämlich schnell ausverkauft.

Mehr Infos:

lwl-industriemuseum.de

nrw-tourismus.de

kulturreise-ideen.de


Weitere spannende Ausflugsziele in NRW:

Auf dem Gelände einer früheren Kläranlage findet sich die wohl ungewöhnlichste Übernachtungsmöglichkeit Nordrhein-Westfalens. Die Kanalrohr-Suiten bieten Doppelbett, Nachttischlämpchen – und Bullaugen-Ausblick in den Sternenhimmel.

Die DASA-Arbeitswelt-Ausstellung hat eine neue Attraktion: eine Tower-Simulation. Mit einem Fingertipp kann man es hier regnen oder schneien lassen. Und wer sich mal als Pilot fühlen möchte, steigt in ein Airbus-Cockpit.

Radeln wo einst Züge ratterten: In Nordrhein-Westfalen gibt es attraktive Radwanderwege auf ehemaligen Bahntrassen. Einer führt durch einen fast 700 Meter langen Tunnel, wo in der kalten Jahreszeit Fledermäuse überwintern.

Gute alte Zeit? Naja. Die Freilichtmuseen Hagen und Detmold zeigen, wie es damals so zuging. Was machte etwa der Schmied, wenn er mal musste – und wie kam das Herz in die Plumsklo-Tür? Auch darauf gibt’s Antworten.

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