Technik

Auch Roboter können lernen


Eddie serviert: Künftig sollen solche Service-Roboter in der Pflege helfen. Foto: CoTeSys

Wissenschaftler arbeiten in einem Netzwerk an intelligenten Maschinen

München. Cleveren Robotern gehört die Zukunft. Darin sind sich mehr als 100 Münchner Forscher einig. Die Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten wie Psychologie oder Elektrotechnik bis zum Maschinenwesen haben ein gemeinsames Ziel: Technik intelligent machen. Deshalb haben sie sich im Netzwerk CoTeSys zusammengeschlossen.

Technik mit Köpfchen

Die englische Abkürzung bedeutet „kognitive Fähigkeiten für technische Systeme“. Es geht um Roboter, die wahrnehmen, überlegen, planen und auch lernen. „Wir müssen denen nicht mehr sagen, wie sie es machen sollen, sondern was sie tun sollen“, erklärt Uwe Haass, der Geschäftsführer des Netzwerks. Interessant ist das vor allem für die mittelständische Industrie, beispielsweise in der Automatisierungstechnik. Dort gibt es einen Trend zu relativ geringen Stückzahlen und gleichzeitig großer Produktvielfalt. Das bedeutet, dass häufig Änderungen im Fertigungsablauf nötig sind.

Die Roboter von heute müssen dann jedes Mal aufwendig umprogrammiert werden. Intelligente Maschinen sollen künftig solche Änderungen wahrnehmen und auf die neue Situation selbst reagieren. Getestet wird das bereits in einer Pilotfabrik des Forscher-Netzwerks in Garching. Roboter helfen zum Beispiel, komplexe Werkstücke zusammenzusetzen oder reichen Bauteile für den nächsten Arbeitsschritt.

Noch entscheidet der Mensch

Von „Werkers dritter Hand“ spricht man bei Kuka. Der Augsburger Roboterhersteller arbeitet eng mit den Wissenschaftlern zusammen. „Wir wollen sehen, wie sich die Ansätze zur künstlichen Intelligenz entwickeln“, sagt Johannes Kurth, Leiter der Forschung und Vorentwicklung von Kuka.

Ersetzen können diese Maschinen die Menschen nicht. Denn auch intelligente Roboter brauchen den Menschen als Entscheider und Problemlöser. Eine echte Kommunikation mit Kollege Roboter, so schätzen die Forscher, wird frühestens in 20 Jahren möglich sein.

Miriam Zerbel

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