Clevere Fallen für lange Finger

Apps und Tools: So schützt man sein Smartphone gegen Diebstahl

Wenn das Smartphone geklaut ist, lässt sich oft noch etwas damit tun. Aber nur, wenn man sich vorher um spezielle Anti-Diebstahl-Apps und die richtigen Geräteeinstellungen gekümmert hat. Was da inzwischen geht, erklären wir Ihnen hier.

Und – weg: Manches Smartphone ist leichte Beute. Foto: Fotolia

Und – weg: Manches Smartphone ist leichte Beute. Foto: Fotolia

Berlin. Schicke Smartphones sind heiß begehrt – auch bei Langfingern. Ist das gute Stück spurlos verschwunden, helfen smarte Tools, den Schaden zu begrenzen: Sie schlagen lautstark Alarm, wenn Unbefugte am Gerät rumfummeln. Sie machen heimlich Fotos und Tonaufnahmen vom Dieb, orten das Gerät, sperren den Zugang oder sorgen erst für ein Back-up und danach für die Löschung sensibler Daten.

Dazu braucht man nicht unbedingt eine extra Anti-Diebstahl-App. „Inzwischen sind viele Geräte schon werkseitig mit entsprechenden Funktionen ausgestattet, entweder direkt im Betriebssystem oder über vorinstallierte Apps“, so Marc Fliehe, Bereichsleiter Sicherheit beim Branchenverband Bitkom.

Vorinstallierter Diebstahlschutz auf dem Smartphone

Was genau das eigene Handy per se schon kann, hängt natürlich vom Modell ab. Faustregel: Je neuer und teuerer, desto mehr bietet es in der Regel auch beim Diebstahlschutz. Details stehen in der Bedienungsanleitung, die man normalerweise im Internet findet. Oft bietet auch der (hoffentlich vorhandene) Virenscanner entsprechende Features. „Der Nutzer muss sein Gerät allerdings immer entsprechend konfigurieren, damit der Diebstahlschutz funktioniert“, sagt Fliehe.

Extra-Apps für Extra-Schutz

Bietet das Gerät werkseitig keinen ausreichenden Schutz, empfiehlt Fliehe, es mit einer Anti-Diebstahl-App nachzurüsten, um im Ernstfall Missbrauch zu verhindern. Die App Stores bieten eine breite Auswahl für jeden Geschmack: Manche, etwa die Android-Anwendungen Anti Diebstahl Alarm oder Alarm Anti Theft Screen Lock (Basisversionen jeweils gratis, kostenpflichtige In-App-Käufe) sind in erster Linie Alarmanlagen, die lautstark losgehen, wenn Unbefugte am Handy herumfummeln.

Ortungsspezialisten wie Finde mein Handy (Android, Basisversion gratis) oder Find My iPhone bzw. Mein iPhone suchen (iOS, gratis) ermöglichen es, nicht nur das eigene, sondern auch weitere Smartphones zu orten - etwa die der Kinder oder des Partners.

Andere wiederum, beispielsweise die Gratis-Anwendung Prey (Android und iOS) oder die kostenpflichtigen Apps Avast Anti Theft (Android, und iOS) oder Cerberus Anti Diebstahl (Android, Basisversion gratis) bieten umfassende Sicherheitslösungen: vom einfachen Alarm über die Ortung, Fernlöschung und Fotos des Diebs bis hin zu Mails bei Sim-Karten-Wechsel und Anruflisten der Gespräche, die der Dieb geführt hat.

„Am wichtigsten sind die Ortung, die Fernsperrung sowie die Fernlöschung“, so der Experte. Ob man zusätzliche Funktionen sinnvoll findet, ist Ansichtssache, hängt aber auch von der Nutzung ab. Wer sensible Daten, beispielsweise heikle Fotos, Finanzdaten oder Berufliches auf dem Smartphone speichert, sollte mehr machen als jemand, der nur Spiele geladen hat. Und liebenswerte Chaoten, die ihr Handy gerne mal verlegen, brauchen mehr Schutz als Sicherheitsbewusste, die das Gerät keine Sekunde aus den Augen lassen.

Zahlen oder nicht?

Wie üblich konkurrieren auch bei den Anti-Diebstahl-Apps kostenlose mit kostenpflichtigen Varianten, die oft um 2 Euro pro Monat kosten. Bekanntlich zahlt man bei Gratis-Angeboten mit seinen Daten. Bei kostenpflichtigen Apps dagegen können sich die Anbieter Datenmissbrauch eher nicht leisten, um das Vertrauen ihrer Kunden nicht zu verlieren.

Vorbeugen ist besser als heilen

Um Dieben den Missbrauch so schwer wie möglich zu machen, empfiehlt Bitkom-Experte Marc Fliehe außerdem, das Handy regelmäßig upzudaten, um eventuelle Sicherheitslücken zu schließen. Die Daten sollten auf dem Gerät grundsätzlich nur verschlüsselt gespeichert und außerdem regelmäßig woanders gesichert werden.

Auch wenn es lästig ist, sollte man das Smartphone so einstellen, dass es sich nach einer bestimmten Zeit automatisch wieder sperrt. Als Passwort empfiehlt der Experte klassische Pin-Codes, da man die angesagten Wischmuster durch die Fettspuren auf dem Display sehr leicht erraten kann. Lesen Sie hier auf AKTIVonline, wie sie sichere Passwörter bilden und für immer im Kopf behalten.


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aktualisiert am 03.01.2017

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