Smartphones

Apps in aller Munde


Schlaue Helferlein fürs Handy boomen

Köln. Elke Heidenreich, altgedientes TV-Literaturschlachtross, ist ein streitbarer Geist. Unlängst verdarb sie es sich mit Fans von Apples Mega-Handy „iPhone“: „Blöde Glasplatte, blöde“, ätzte Heidenreich über das kultige Teil und erteilte allen iPhone-Besitzern Hausverbot bei Heidenreichs.

Hoffentlich bekommt sie nun überhaupt noch Besuch ...

Denn: Apples iPhone verkauft sich wie geschnitten Brot. Über 32 Millionen Geräte gingen bis heute weltweit über die Ladentheke, für 2010 erwarten Branchenexperten allein in Deutschland weitere zwei Millionen „Glasplatten“-Käufer.

Nun ist das iPhone ja ganz sicher ein technisch tolles Gerät, eher ein Computer im Handy-Gewand als bloß ein schnödes Telefon. Den durchschlagenden Erfolg aber verdankt es seinen „inneren Werten“: Kleinen Programmen, sogenannten „Apps“ (von „Application“, englisch für Anwendung).

Wasserwaage und E-Gitarre

Die lassen sich kinderleicht aus dem Internet aufs Telefon laden. Und machen aus dem iPhone einen Alleskönner. Einen Tausendsassa, der uns Fremdsprachen beibringt oder das Kochen lehrt. Der Fußgänger wie Autofahrer als Navigationssystem sicher ans Ziel bringt. Selbst als Wasserwaage, virtuelles Bierglas oder E-Gitarre lässt sich das iPhone benutzen – vorausgesetzt, das richtige App ist im Speicher.

Über 100.000 dieser Mini-Anwendungen stehen mittlerweile auf der Apple-Homepage zum Download bereit. Und jeden Tag kommen neue hinzu, die das iPhone wieder ein Stückchen schlauer machen. Ein Ende des App-Booms ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: In diesem Jahr werden die Verbraucher weltweit mehr als 4,5 Milliarden mobile Anwendungen downloaden, ein Plus von 80 Prozent gegenüber 2009. Das besagt eine Schätzung des US-Marktforschers Gartner. Für 2013 prognostizieren die Experten sogar fast 22 Milliarden Downloads!

3 Euro im Durchschnitt

Eigentlich ist das eine Sensation. Denn: Zwar sind derzeit schätzungsweise 80 Prozent der Apps kostenlos. Für den Rest aber greifen die Smartphone-Jünger bereitwillig in die Tasche. Über 6 Milliarden Dollar dürften die App-Anbieter in diesem Jahr kassieren, 2013 sollen es knapp 30 Milliarden sein. Derzeit kostet ein App hierzulande im Schnitt 3 Euro.

„Die Apps haben etwas bewirkt, was das Internet bisher nicht vermocht hat“, sagt Nikolaus Mohr, Partner für den Bereich Medien bei der Beratungsgesellschaft Accenture. „Die Bereitschaft, für Services und Inhalte aus dem Web zu zahlen, steigt.“

Siehe auch: www.aktiv-online.info/apps

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