Online-Trend

Angry Birds: Welterfolg mit schrillen Vögeln


München. Schleuder spannen, zielen, schießen – auf dem Smartphone geht all das mit einem Finger! Und paff: Schon kracht der wütende Vogel in die Bretterbude der fiesen grünen Schweine. Und weil’s so schön war, gleich noch mal …

„Angry Birds“, ein Spiel, in dem Vögel eierklauende Schweine jagen, soll es bereits auf eine Milliarde (!) Downloads bringen. Es gilt als erfolgreichstes Beispiel für den Trend „Casual Gaming“ – Daddeln bei jeder Gelegenheit.

Schon ein Viertel der Weltbevölkerung vertreibt sich damit regelmäßig die Zeit, so die Unternehmensberatung Roland Berger in München in einer neuen Studie. Grund für den Boom ist die wachsende Verbreitung moderner mobiler Endgeräte. Dank der schlauen Mobiltelefone und der Tablet-Computer sind die Spielchen unterwegs immer dabei.

„Die Leute spielen überall: Im Bus, im Aufzug oder beim Warten auf die Straßenbahn“, sagt Philipp Leutiger, Autor der Studie. Der Markt werde sich in Europa in den nächsten vier Jahren verdoppeln – allein in Deutschland auf 785 Millionen Dollar pro Jahr.

„Immer mehr Frauen und Ältere spielen“

Schon jetzt geben deutsche Nutzer im Schnitt 15 bis 20 Euro im Jahr für Online-Spiele aus, weiß der Experte.

Jedes Jahr erscheinen rund 400 neue Spiele. „Während die technisch raffinierten, klassischen PC-Spiele vorwiegend jüngeres und männliches Publikum angezogen haben, erweitert sich der Nutzerkreis“, so Leutiger.

„Es spielen immer mehr Frauen und ältere Menschen.“ Den Volltreffer landete die finnische Entwicklerfirma Rovio: „Angry Birds“ ging 2009 an den Start, heute ist es das beliebteste Online-Spiel weltweit: kurzweilig, simpel, schnell zu lernen.

Eine Mischung, die schnell süchtig macht – zumal jeder Treffer Glücksgefühle auslöst, wie der US-Psychologe Michael Chorost herausfand. Über 100 Milliarden virtuelle Vögel haben die Nutzer bisher abgefeuert, schätzt die US-Marktforschungsfirma AYTM. Alle „Angy Birds“-Nutzer zusammen verspielen demnach pro Stunde 16 Jahre Lebenszeit.

Für Rovio ist das ein Riesengeschäft. 2011 hat die Firma 75 Millionen Euro Umsatz erzielt und einen Gewinn (vor Steuern) von 48 Millionen Euro. Über Anzeigen verdient Rovio auch an Gratisversionen, zu den kostenpflichtigen Downloads der Vollversion kommt millionenfach gekauftes Zubehör, etwa eine Superschleuder.

Bald kommt die Star-Wars-Version

Wobei die Spieleschmiede schon ein Drittel des Umsatzes mit Lizenzprodukten macht: Die Vögel starren einem unter anderem von T-Shirts und Tassen entgegen. In Finnland gibt es sogar Limonade und einen „Angry Birds“-Park.

Und neue Varianten stacheln die Fans weiter an: Im November kommt eine Star-Wars-Version heraus, mit den Vögeln als Jedi-Rebellen.

Ausweg aus der Sucht? Das Spiel wieder löschen! Von den Nutzern, die über 25-mal auf virtuelle Schweinejagd gegangen sind, haben das laut AYTM schon 12 Prozent getan. Und noch einmal so viele denken darüber nach.

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