Nicht leicht zu durchschauen …

Altersvorsorge: Wie man die Renteninformation richtig liest

Rosarote Brille runter! Wenn’s ums Geld geht, hilft nur ein klarer Blick. Foto: Fotolia

Berlin. Einmal im Jahr gibt’s Post von der gesetzlichen Rentenkasse: Eine „Renteninformation“ bekommt, wer seit mindestens fünf Jahren einzahlt und mindestens 27 Jahre alt ist. Das offizielle Schreiben soll uns eigentlich den Ernst der Lage klarmachen – das klappt aber nur, wenn man es genau und ohne rosarote Brille liest.

Sofort ins Auge fällt ja die eingerahmte Prognose. Dabei geht die Deutsche Rentenversicherung davon aus, dass bis zum regulären Rentenbeginn weiter so gut verdient wird wie im Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

Aber Achtung: Der fett gedruckte Euro-Wert ist nicht etwa das, was man später ausgeben kann!

Denn erstens werden davon Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Wer immer in der gesetzlichen Kasse war, wird später in der Regel Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner. Die bezahlt die Hälfte des regulären Beitrags an die Krankenkasse. Die andere Hälfte, Zusatzbeiträge der jeweiligen Kasse sowie auch den kompletten Beitrag zur Pflegeversicherung zahlt der Rentner. Unter dem Strich heißt das: Ein gutes Zehntel der prognostizierten Rente muss man sich schon mal wegdenken.

Zweitens sind Renten steuerpflichtig. Der zu versteuernde Anteil steigt noch bis 2040 jedes Jahr an (wie da genau gerechnet wird, erklären wir hier). Was die Steuern später jeweils von der Rente abknapsen werden, hängt auch davon ab, wie der Einkommensteuertarif in Zukunft aussieht und welche anderen Einkünfte man als Rentner hat.

Drittens wird der Kaufkraftverlust nicht berücksichtigt. Geld verliert ja normalerweise im Lauf der Zeit an Wert – für die prognostizierte Rente wird man sich also nicht so viel kaufen können wie heute für den gleichen Euro-Betrag.

Kleiner Trost: Durch die jährlichen „Rentenanpassungen“ wird sich die Rente erhöhen. Ein automatischer Inflationsausgleich ist das aber gerade nicht.

Der wohl wichtigste Satz in der Renteninfo lautet: „Da die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftig geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert, wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger.“


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aktualisiert am 27.11.2014

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