Netzwerke

„Allein wäre keiner so weit gekommen“

Koch Maschinen- und Vorrichtungsbau hat passende Partner gefunden

Baunatal. Zehntausende Dollar war den Passagieren ein Ticket für den ersten Linienflug des Airbus A380 von Singapur nach Sydney wert. Daran, dass so ein Gigant verunglücken könnte, verschwendete wohl keiner der 455 Fluggäste auch nur einen Gedanken. In unserer globalisierten Welt ist Technik einfach da, sie funktioniert, macht Spaß, erleichtert die Arbeit und rettet Leben.

„Was alles so hinter einer reibungslos funktionierenden Technik steckt, darüber grübeln wohl nur die wenigsten“, sagt Stefan Koch, Geschäftsführer der Koch Maschinen- und Vorrichtungsbau im nordhessischen Baunatal.

Im Verbund (Netzwerk) mit mehreren anderen Unternehmen entwickelt und produziert er unter anderem Prüf- und Testsysteme für die Funktion von Bauteilen und Komponenten in Extremsituationen. Darunter eine Einrichtung, die das Auftriebssystem des Airbus A380 überprüft. Sie wurde gemeinsam mit IW Maschinenbau in Niestetal erarbeitet.

Auszeichnungen beweisen Kompetenz

Auch Infusionsgeräte des Medizintechnik-Spezialisten B.Braun Melsungen, die in Rettungswagen zum Einsatz kommen, werden auf Maschinen aus Baunatal produziert.

Selbst die richtigen Medikamentendosierungen werden mit einer Prüfvorrichtung kontrolliert, die Koch in Baunatal entwickelt hat.

 

Seit mehr als 60 Jahren ist der Mittelständler für die unterschiedlichsten Branchen tätig. Auszeichnungen von großen Firmen zeugen von der Kompetenz. „Sie sind Belege für so manche Innovation, die die Fachwelt überraschte“, sagt Koch stolz.

Dass man in einer globalisierten Welt als kleinerer Betrieb (60 Mitarbeiter und 5,7 Millionen Euro Umsatz) nur schwer bestehen kann, erkannte er früh und suchte sich schon vor Jahren passende Partner.

Sein Erfolgsrezept: Qualitätsarbeit aus einer Hand durch die Bündelung von  Wissen. „Inzwischen kennen wir uns gut. Wir verstehen uns und sind gemeinsam viel stärker“, erläutert Frank Grabow, Betriebsleiter der IW Maschinenbau GmbH. Das Ingenieurbüro übernimmt Planungs- und Entwicklungsaufgaben sowie die Projektsteuerung. Die Kasseler ReTracs produziert die Steuerungstechnik. Nach Bedarf nimmt man weitere  Spezialisten (auch Hochschulen) hinzu.

Arbeit auch am Samstag

„Der Kunde hat ein Problem, wir lösen es“, betont Volker Nicolai von der Agentur für Medienentwicklung. Er ist der Exot  im Netzwerk „DieMaschinenbauPartner“ und dafür zuständig, die Welt auf die kreativen Sondermaschinenbauer aufmerksam zu machen.

Keimzelle aller Aktivitäten ist der Betrieb von Koch. Hier entstehen die Prototypen. Hier setzen die hochqualifizierten Metallbearbeiter die Entwicklungen in enger Absprache  mit den Ingenieuren um. Die Mehrheit der Beschäftigten wurde bei Koch ausgebildet.

 

Die Produktion läuft im Zweischichtbetrieb, ohne festgelegten Schichtplan. Wenn viel zu tun ist, wird auch schon mal am Samstag gearbeitet. „Das regeln meine Leute alles selbst“, stellt Koch fest.

Geht es nach Koch und den Beteiligten am Netzwerk „DieMaschinenbauPartner“, sollen diese Freiräume auch in Zukunft erhalten bleiben.

 

Maja Becker-Mohr

 

Info: Netzwerk DieMaschinenbauPartner

Dieses Netzwerk ist regional auf Nordhessen und die angrenzenden Regionen ausgerichtet. Es gehört zu den Preisträgern des 1. Hessischen Clusterwettbewerbs. Ziel des Clusters um die Koch GmbH ist es, die in der Region vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen zum Bau von Sondermaschinen zu bündeln und Komplettlösungen aus einer Hand anzubieten. Bald erhält der Cluster eine eigenständige Gesellschaftsform.

www.die-maschinenbaupartner.de


Artikelfunktionen


'' Zum Anfang