Was jeder Urlauber wissen sollte

Ärger im Ferienparadies: Wann kann man Reisen kostenlos stornieren?

Militärputsch in Thailand: Nicht alle Touristen störten sich daran. Foto: dpa

Hannover. Schon lange ist der Trip in exotische Fernen gebucht – plötzlich kriselt es dort. Also stornieren? Und wer zahlt das dann?

Allgemein gilt: „Der Kunde kann bei allen gebuchten Reisen jederzeit ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurücktreten“, sagt Reiserechtsexperte Paul Degott vom Deutschen Anwaltverein. Aber das lässt sich der Veranstalter natürlich bezahlen; meist wird ein bestimmter Prozentsatz des Preises fällig. Je kurzfristiger die Absage, desto teurer wird’s – normalerweise.

Bricht allerdings im Reiseland Chaos aus, etwa durch Unwetter, Kriege oder Epidemien, ist das oft „höhere Gewalt“: „In diesem Fall können sowohl der Veranstalter als auch der Kunde fristlos kündigen“, erklärt Degott. Dann gibt’s normalerweise das Geld zurück (aber nicht etwa Schadenersatz für den verdorbenen Urlaub). In der Praxis bieten die Veranstalter dann oft Alternativen an, „solche Angebote muss man aber nicht akzeptieren“.

Allerdings gibt es gerade ums Thema höhere Gewalt oft Streit. „Subjektive Angstgefühle zählen nicht“, betont der Experte, „sondern nur Fakten, etwa ein Bombenattentat am Urlaubsort.“ Selbst eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amts hilft nicht automatisch: „Es kommt immer darauf an, ob die Probleme bei der Buchung absehbar waren oder nicht“, so Degott. Wer jetzt eine Reise nach Syrien bucht, kann die wohl kaum kostenlos kündigen.


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aktualisiert am 30.03.2017

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