Firmen-Spektakel

Action bei Eis & Schnee


Die „Fulda Challenge“ ist ein Extrem-Test für Mensch und Reifen

Der unbarmherzig pfeifende Wind lässt die minus 40 Grad Celsius noch ein ganzes Stück kälter erscheinen. Schneewehen wachsen, die weiß überzuckerte Landschaft blendet die Augen. Eine Tortur für Mensch und Technik: Da hilft nur, um nicht einzufrieren, viel Bewegung.

Aber genau die ist hier auch Sinn und Zweck – bei der „Fulda Challenge“, einem arktischen Zehnkampf in Whitehorse, im kanadischen Yukon-Territorium.

Das fünftägige Spektakel bringt nicht nur die 14 beteiligten Wettkämpfer an ihre Grenzen. Sondern, deshalb der gewaltige Aufwand, auch die Leistungsfähigkeit der Winterreifen von gut 40 geländegängigen Automobilen.

Info-Quelle für die Reifen-Entwicklung

Mut, Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit sind nötig, um zum Beispiel im Auto den eisigen Offroad-Parcours zu bewältigen, am Seil über eisige Abgründe zu klettern, zielgenau Reifen aus einem Helikopter zu werfen – oder beim „Ski-Jöring“ zu gewinnen: Wie beim Wasserski hängt ein dick vermummter Mensch hinter einem Geländewagen und muss auf Skiern einen Pylonen-Kurs abfahren.

Schon zum zwölften Mal war die Fulda-Karawane jetzt im eisigen Kanada unterwegs. „Wir zeigen bei dem Event der Öffentlichkeit die Qualität unserer neuen Produkte unter Extrem-Bedingungen“, erklärt Christian Hieff vom Konzern Goodyear Dunlop, zu dem die Marke Fulda gehört.

Der Pressechef der Fulda Challenge weiß: „Solche Nachweise sind ein Muss auf dem Reifenmarkt.“ Das Kaufverhalten der Verbraucher sei eng an das Verhältnis von Verkaufspreis und Testurteilen gebunden. „Markentreue ohne Leistung gibt es nicht.“

Auch in diesem Jahr hat natürlich, wie schon bei den vorangegangenen elf Fulda Challenges, keiner der neu entwickelten Reifen schlappgemacht. Das Unternehmen ist stolz darauf: Bei etwa 40 Autos mit je 4 Reifen, rund 1.500 Kilometern Wegstrecke über vereiste Highways und bislang zwölf Events sind das fast drei Millionen Reifen-Kilometer in Schnee und Eis ohne Beanstandung.

Damit Reifen im Winter problemlos funktionieren können, besitzen sie Lamellen und breitere Profile mit viel mehr Greifkanten, die den Grip auf glattem Parcours verbessern und raschen Stillstand beim Bremsen ermöglichen. „Zudem wird bei ihnen auch eine weichere Gummi-Mischung verwendet als für Sommer-Fabrikate“, erklärt Hieff, „denn weicher Gummi bleibt auch bei Minusgraden geschmeidig.“

Das zu erreichen, ist eine Frage der richtigen Mischung: Reifen bestehen zu etwa 50 Prozent aus Synthese- und Natur-Kautschuk, vermischt mit Ruß, Kreide, Öl, Harzen, Kieselsäure und weiteren Hilfsstoffen. Die Einzelteile Karkasse, Lauffläche, Seitenwand, Wulst und Innenschicht sind mit Stahlcorden und Fasern verstärkt. Beim Vulkanisieren, das bei etwa 200 Grad passiert, entstehen sogenannte Schwefelbrücken. Je weniger davon, desto weicher sind die Reifen.

„Bei der Fulda Challenge ist immer ein Produktmanager dabei“, berichtet Hieff, „damit die Rückkopplung zur Forschungsabteilung gewährleistet ist.“ Der Erfahrungsschatz aus der Performance unter den lebensfeindlichen arktischen Bedingungen gehe in die Entwicklung „neuer und sicherer Produkte für unsere heimischen Straßen“ ein.

Jedermann kann sich bewerben

Gewonnen hat übrigens wie schon im Vorjahr das kanadische Team: Chantal Mackenzie und Ryan Smith konnten am Ende das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Berit Diel und Alexander Lang aus Deutschland sowie den Schweizern Jelena Maksimovic und Angelo Brack für sich entscheiden.

● Auf www.fulda-challenge.de können sich Abenteuerlustige jetzt für die eisige Tour im Januar 2013 bewerben. „Bei der Auswahl gibt es keinen Promi-Bonus“, sagt Hieff, „einziges Kriterium ist, wie bei unseren Reifen, die Leistungsfähigkeit.“


 

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