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Aboalarm, Volders & Co.: Kündigungsdienste im Web können Vertragsauflösungen erleichtern

Handy, Versicherungen und Co.: Vertragsabschlüsse gehen den Kunden meist schnell von der Hand – oft sogar mit nur wenigen Mausklicks. Schwieriger gestaltet sich für viele die Auflösung eines Vertrags. Kündigungsdienste können da helfen.

Bild: Screenshot

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Das kennen viele: Schon wieder hat sich der Handyvertrag automatisch um zwei Jahre verlängert – und man zahlt den teuren Tarif weiter. Ärgerlich, denn der eigene und andere Anbieter werben gerade mit viel günstigeren Angeboten. Und mit dem Vertrag beim Stromanbieter ist man auch schon lange nicht mehr zufrieden. Aber auch da ist wieder die Sache mit der lästigen Kündigung: Adresse vom Kundenservice suchen, Schreiben aufsetzen, zur Post gehen … Nervig. Darum verzichten viele darauf, eine Kündigung energischer anzugehen. Kündigungsdienste nehmen einem die Arbeit größtenteils ab. Doch sind die wirklich immer so ratsam? AKTIVonline klärt die wichtigsten Fragen.

Warum öfter mal kündigen?

„Meist lohnt es sich, Verträge zu kündigen. Es gibt oft bessere Angebote, ein Wechsel zahlt sich meist aus“, sagt Daniel Pöhler, Experte für Mobilität & Digitales beim gemeinnützigen Verbraucherportal „Finanztip“. „Manchmal meldet sich auch der bisherige Anbieter nach einer Kündigung und bietet bessere Konditionen an.“ Doch wer hat schon Lust, regelmäßig seine Unterlagen nach Kündigungsfristen zu durchforsten? Wer hat die Anschrift seines Versicherungs-, Internet- oder Kreditkartenanbieters einfach so parat?

„Mit Kündigungsdienstleistern im Internet klappt die Kündigung mit wenigen Mausklicks“, erklärt der Experte. „Vorteil: Man muss die Kündigung nicht mehr selbst formulieren, sondern kann auf automatisch erstellte Schreiben zurückgreifen, sich in vielen Fällen den Gang zur Post sparen und die Kündigung durch den Dienstleister direkt verschicken lassen. Und manche Dienste bieten eine Erinnerungsfunktion an, mit der man keinen Kündigungstermin mehr versäumen soll.“ Klingt gut, aber ist so eine vorgefertigte Kündigung – womöglich noch ohne Unterschrift – überhaupt wirksam?

Wie sieht die Rechtslage aus?

„Es hat eine Gesetzesänderung gegeben“, sagt Christine Steffen, Juristin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Anbieter können für Verträge, die nach dem 30. September 2016 geschlossen worden sind, in ihren AGB nicht mehr ausschließen, dass eine Kündigung per Mail erfolgt. Eine Schriftformerfordernis gibt es damit bei normalen Verträgen nicht mehr. Bei notariellen Verträgen kann das aber anders sein.“ Das ist zum Beispiel auch bei Miet- oder Arbeitsverträgen der Fall, doch andere Verträge können mit den Diensten im Netz tatsächlich ohne Unterschrift gekündigt werden. Und bei den meisten Diensten kann man seine Unterschrift sogar hochladen.

„Erst einmal spricht nichts dagegen, einen solchen Service zu nutzen“, sagt Steffen. „Man sollte allerdings darauf achten, dass der entsprechende Anbieter des Kündigungsdienstes gewährleistet, dass er den Schaden übernimmt, der durch eventuelle Fristversäumnisse entsteht. Denn geht bei der Kündigung etwas schief, hat zunächst der Vertragspartner die Konsequenzen zu tragen – also der Verbraucher selbst und nicht der Kündigungsdienst.“

Wie funktioniert die Kündigung über Dritte?

Kündigungsdienste arbeiten in der Regel ziemlich unkompliziert: Man bekommt automatisch die richtige Adresse für die Kündigung, wenn man den Anbieter angibt, kann sich dann entweder ein Formular zum Selbstausfüllen herunterladen oder nutzt (gegen Gebühr) den vollen Service der Portale. Die Kündigungsdienste versenden die Kündigung dann automatisch per Mail, Fax oder Brief. Dann bekommt der Kunde einen Sendenachweis und kann so gegenüber dem Vertragspartner belegen, dass pünktlich gekündigt wurde.

Der Formulardownload ist oft kostenlos, der Versand via Portal kostet zwischen 99 Cent und 5 Euro. Dafür spart man sich allerdings auch Porto und die Fahrt zur Post. Mit den Apps einiger Portale lassen sich die Kündigungsfristen der einzelnen Verträge praktisch mit einem Blick aufs Smartphone im Auge behalten.

Was passiert mit meinen Daten?

Kundennummer, Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer – die Kündigungsdienste fragen einiges an sensiblen Daten ab. „Sie benötigen natürlich gewisse Daten, um überhaupt tätig werden zu können“, sagt die Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Verbraucher sollten aber genau darauf achten, welche Daten darüber hinaus noch verlangt werden.“

Da hilft ein Blick in die AGB und die Datenschutzerklärung der Kündigungsdienstanbieter. „Dort muss auch drinstehen, wenn das Unternehmen Daten an Dritte weitergibt oder sie vermarkten will.“ Sind die Formulierungen schwammig oder sehr kurz, sollte man besser nicht alles preisgeben.

Benötigt man Kündigungsdienste wirklich?

„Man muss abwägen, ob man diesen Service zur Vertragskündigung wirklich braucht“, sagt Steffen. Wer seine Unterlagen gut beisammen hat, kommt auch ohne aus. Und eine Garantie, dass es mit den Kündigungsdiensten keinerlei Scherereien mit dem gekündigten Anbieter gibt, hat man auch nicht.

„Schließlich bedeutet das Nutzen eines solchen Services nicht zwangsläufig, dass man garantiert keinen Ärger bei einer Vertragskündigung hat“, so die Expertin. Wer ganz auf Nummer sicher gehen und vor allem keine sensiblen Daten an Dritte herausgeben will, der kündigt besser selbst: schriftlich, mit Unterschrift von Hand, per Einschreiben.

In der folgenden Galeriestellen wir Ihnen vier Kündigungsdienste vor:


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aktualisiert am 21.09.2017

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