Tipp der Woche

Abgesichert?


Kalkuliertes Risiko: Die eigene Arbeitskraft ist für die meisten das wichtigste Kapital. Foto: Ionescu

Vorsorge empfohlen: Berufsunfähigkeit trifft etwa jeden Fünften

Wer seinen erlernten Beruf wegen einer Krankheit oder Allergie nicht mehr ausüben kann und nach 1960 geboren ist, hat schlechte Karten: Aus der Rentenkasse bekommt er in der Regel keinen Cent – solange er noch mehr als sechs Stunden täglich in irgendeinem Job arbeiten kann.

Und das betrifft mehr Menschen, als man denkt: „Über alle Berufsgruppen hinweg wird etwa jeder Fünfte berufsunfähig“, weiß Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Daher empfiehlt er den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wer später anfängt, zahlt mehr

Grundsätzlich gilt: Je früher man eine solche private Police abschließt, desto besser. Denn die Beiträge steigen mit dem Alter: „Das Gesundheitsrisiko nimmt mit den Jahren zu. Wer sich ab 55 absichern möchte, muss daher mehr zahlen als ein 25-Jähriger“, so Rudnik.

Einige Verträge enthalten noch immer eine Verweisungsklausel: Sie gibt vor, dass ein Versicherter, der nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, auf einen ähnlichen Beruf verwiesen werden kann.
„Aber immer mehr Versicherungsgesellschaften verzichten auf diese Klausel“, sagt Rudnik. Darauf sollte man also im Vorfeld achten.

Natürlich gilt es auch, die Preise zu vergleichen: „Ein kaufmännischer Angestellter, Nichtraucher, 30 Jahre alt, zahlt bei einem guten Anbieter für eine Police mit einer Monatsrente von 1.000 Euro bei einer Versicherungslaufzeit von 35 Jahren im Schnitt etwa 50 Euro monatlich“, sagt Rudnik, „die Bandbreite reicht allerdings bis zu 80 Euro.“

Und leider muss man sich auch um das oft ganz unterschiedliche Kleingedruckte kümmern (Tipps dazu finden sich etwa auf www.test.de und www.bundderversicherten.de).

Im Zweifelsfalle sollte man sich beraten lassen. Für alle aber gilt: Unbedingt eine Kopie des Antrags an die Versicherung abheften!

Wer sich für eine Police entschieden hat und diese dann auch bekommt, ist nicht automatisch bestens versorgt: Im Schnitt ist nur eine Berufsunfähigkeitsrente von monatlich 400 Euro versichert.

Theoretisch sollte zwar möglichst das Nettoeinkommen abgesichert werden. Allerdings bieten so etwas laut Rudnik nur wenige Gesellschaften an. „Zwei Drittel bis drei Viertel abzusichern, sollte jedoch ohne große Probleme möglich sein.“

Nun gibt es auch Leute, die gar keine solche Police bekommen können – weil der Versicherungsgesellschaft das Risiko zu groß ist: Dazu gehören zum Beispiel Berufsmusiker oder Sprengmeister.

Alternative Policen

Chronisch Kranke müssen oft einen Risikozuschlag zahlen – oder der Anbieter schlägt ihnen vor, die Leistung wegen eben dieser chronischen Vorerkrankung auszuschließen.

In solchen Fällen kann man mit einer Unfallversicherung immerhin ein wenig vorsorgen oder auch mit einer „Dread-Disease“-Police, die etwa bei bestimmten schweren Erkrankungen bezahlt.

 

Info: Kritische Fragen

Zwei Fragen muss man beim Ausfüllen der Formulare besonders exakt beantworten:

  • Schon von einer Versicherung abgelehnt worden? Tipp: Wer die Anträge an alle infrage kommenden Anbieter gleichzeitig absendet, kann hier getrost mit „Nein“ antworten.
  • Wie steht’s um die Gesundheit? Wer da zum Beispiel frühere Krankheiten vergisst oder deswegen gar schummelt, bekommt im Fall des Falles oft keinen Cent – wegen Verletzung der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“.


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Jetzt auf www.aktiv-online.info/versicherung

 

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