Internet

Ab in die Wolke


Alles drin: Früher kam aus Wolken bestenfalls Regen. Heute regnet es Daten aus der virtuellen Cloud. Foto: Roth

Das sogenannte Cloud Computing verändert unser PC-Verhalten

Köln. Neues von Google: Der Internet-Riese revolutioniert mal wieder die Welt. Nachdem sich der US-Konzern zuletzt mit seinem umstrittenen Street-View-Projekt ja schon die Erde untertan gemacht hat, ist jetzt der Himmel dran. Besser: die Wolke.

Seit ein paar Tagen können Tech-Freaks hierzulande das neue Google-„Chromebook“ kaufen – ein Notebook, das voll auf Datenspeicherung und -verarbeitung im Internet setzt. Heißt: Wer mit dem Chromebook (ab 400 Euro) arbeitet, speichert seine Daten nicht mehr auf der eigenen Festplatte ab. Sondern sichert Fotos, Videos, Texte, Termine oder Spiele konsequent im Internet, auf den Servern von Google.

In der virtuellen Wolke sozusagen. Fachleute nennen diese Art der Computernutzung daher neudeutsch „Cloud Computing“.

Vorteil: Die online gespeicherten Daten sind überall abrufbar. Egal ob am Strand, im Internetcafé oder daheim. Alles was man braucht, ist ein Internetzugang.

„Mega-Trend im Hightech-Sektor“

Googles Chromebook soll zudem auch den Kauf teurer Software überflüssig machen. Programme wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation laufen als reine Web-Apps im Browser. Und die sind entweder kostenlos oder spottbillig, aktualisieren sich zudem selbst.

Ob das Chromebook wirklich ein Verkaufsschlager wird, bleibt vielleicht noch abzuwarten. Das Auslagern von Speicher- und Rechnerkapazitäten ins Web aber ist schon längst mehr als nur ein Wolkenkuckucksheim.

„Cloud Computing ist der Megatrend im Hightech-Sektor“, sagt Wilhelm Scheer, Präsident des Informationstechnologie-Verbands Bitkom in Berlin. 3,5 Milliarden Euro, so schätzt sein Verband, würden Privatleute und Firmen in Deutschland im laufenden Jahr für Cloud-Dienste ausgeben, 50 Prozent mehr als noch 2010. Und in fünf Jahren soll der Umsatz auf sogar auf 13 Milliarden Euro steigen. „Cloud Computing ist kein Hype“, sagt auch Steve Janata von der Unternehmensberatung Experton in Ismaning. „Es ist eine Entwicklung, die sich nicht mehr umkehren lässt.“

„Web als Tatort für Kriminelle“

Eines sollten Anwender bei aller Wolken-Euphorie nicht vergessen: Wer Privates in die Cloud pustet, weiß nicht, wo die Rechner stehen, die die Daten speichern. „Wo Licht ist, da ist auch Schatten“, sagt auch Cornelia Rogall-Grothe, die IT-Beauftragte des Bundes. „Je mehr wir unsere Aktivitäten in den virtuellen Raum verlagern, desto mehr wird das Internet zum Tatort für Kriminelle.“

 

Info: Die besten Wolken-Services

Cloud-Dienste bieten eigentlich alles, was man unterwegs so braucht. AKTIV zeigt die besten Wolken:

Textverarbeitung: „Google Text & Tabellen“ ist leistungsstark und umsonst. Voraussetzung ist die Einrichtung eines kostenlosen Google-Kontos. docs.google.com

Fotos: Das Web-Fotoalbum Picasa bietet ein Gigabyte kostenlosen Speicherplatz, Bildbearbeitung und zahlreiche nützliche Features. www.picasa.com

Alleskönner: Der Cloud-Dienst Spoon bietet mehr als 100 wolkenbasierte Programme von Textverarbeitung bis zum CAD-Zeichnen. www.spoon.net

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