Tour durch Betriebe

33 Unternehmen Berlins öffnen sich bei der „Langen Nacht der Industrie“ für Besucher


Berlin. Das kleine Schwarze oder der schicke Anzug können an diesem Abend im Schrank bleiben. Bekleidungsvorschriften gibt es zwar keine, aber festes Schuhwerk und Freizeitsachen sind die bessere Wahl beim Ausflug in die Fabriken: Am 15. Mai steigt in Berlin die „Lange Nacht der Industrie“.

33 Unternehmen und Firmenverbünde öffnen sich dann für Besucher – neugierige Nachbarn ebenso wie junge Leute, die sich vor der Entscheidung für einen Beruf ein Bild vom möglichen Arbeitgeber machen wollen. Rund 1.500 Plätze stehen in 30 Bussen zur Verfügung. Die kutschieren die Besucher in einem fünfeinhalbstündigen Ausflug (17 bis 22.30 Uhr) zu jeweils zwei Betrieben.

Die Auswahl ist groß: Metallverarbeitende Firmen sind ebenso dabei wie kommunale Betriebe, Druckereien, Brauereien oder der Konsumgüter-Hersteller P & G Gillette. Und natürlich die Berlin prägende Pharma-Industrie mit Berlin Chemie und Bayer.

„Der Andrang wird auch dieses Jahr groß sein“, sagt Rainer G. Jahn. Der ehemalige Manager der Klosterfrau-Gruppe und heutige Unternehmensberater muss es wissen, steckt er doch mitten in der Organisation des Events. Er hat das Konzept erarbeitet. Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Industrieverbände arbeiten dabei eng zusammen. Die Premiere im letzten Jahr zog 1.200 Besucher an und fand riesiges Medien-Interesse.

Wofür ist so eine „Lange Nacht“ überhaupt gut? „Wir wollen der Öffentlichkeit ein realistisches Bild der Industrie vermitteln“, erläutert Jahn. Die Betriebe hätten nicht mehr viel mit rauchenden Schloten und Umweltverschmutzung zu tun. Industrie sei heute „großstadtkompatibel“ und biete viele gute, qualifizierte Arbeitsplätze – in Großkonzernen wie im Mittelstand.

Eine von Stadt, IHK und Verbänden entwickelte Pro-Industrie-Initiative – Jahn war für die Chemie daran beteiligt – zeitigt Erfolge: In den letzten drei Jahren wuchs die Zahl der Jobs um fast ein Fünftel auf aktuell 107.000.
Firmen wie Berlin Chemie und Bayer öffnen am 15. Mai die Werktore auch aus eigenem Interesse: um jungen Leuten Berufschancen aufzuzeigen und um mit Besuchern über gesellschaftliche Fragen ins Gespräch zu kommen – etwa über den Wert von Pharmaforschung.

2012: Viel Andrang. Foto: prima Events/Lässig

Schon Gewusst?

Wie man zur „Langen Nacht“ kommt

Auf langenachtderindustrie.de kann man sich anmelden. Achtung: Die Zahl der Besucher ist auf 1.500 begrenzt.

Zur Anmeldung füllt man ein Formular aus. Man kreuzt an, wofür man sich interessiert, und wählt aus 20 verschiedenen Touren drei Alternativen.

Die Wünsche werden mit den Kapazitäten der Firmen abgeglichen. Dann erhält jeder Interessent Tour-Angebote.

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