Checkliste

11 Experten-Tipps für Ihren Fahrradkauf

Die Fahrradsaison kommt auf Hochtouren – der Drahteselmarkt boomt. Vielen Radelfans fällt die Qual der Wahl nicht leicht. Welcher Rahmen, welche Reifen, welche Schaltung? AKTIV hat für Sie einen Experten um Rat gebeten.

Foto: Fotolia

Foto: Fotolia

Jeder Haushalt in Deutschland besitzt laut Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) 2,4 Fahrräder. 38 Prozent der Deutschen schwingen sich mehrmals pro Woche auf den Sattel, 14 Prozent sogar täglich. „Rauf aufs Rad!“, lautet also die Devise – erst recht im Frühling und Sommer. Doch welches Fahrrad passt am besten zu Ihnen? In der folgenden Checkliste verraten wir Ihnen, worauf Sie beim Kauf unbedingt achten sollten.


Die Nutzung

Wofür wollen Sie Ihr neues Zweirad nutzen? Fakt ist: Je öfter es künftig zum Einsatz kommen soll, desto hochwertiger (und auch kostspieliger) muss es sein. Cityräder bieten eine bequeme und entspannte Sitzposition, sind ideal für die Einkaufsfahrt und Ausflüge am Wochenende. Trekkingräder sind für alle Reisefans das Richtige. Sie machen auch in mäßigem Gelände eine gute Figur, in der Stadt sind sie schneller als Cityräder und Mountainbikes. Letztere sind vor allem fürs Gelände perfekt. Doch in der Stadt fordern sie erhöhten Kraftaufwand.

Der richtige Händler

Fahrräder gibt es heute auch in Baumärkten und Kaufhäusern. „Eine ordentliche Beratung gibt es aber nur beim Fahrrad-Fachhändler“, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Und genau dahin sollte der Weg gerade Radneulinge führen. Hier hilft der Verkäufer bei Montage und Einstellungen von Sattel, Pedalen, Lenker und Co. „Außerdem können im Fachhandel Teile, die Ihnen nicht gefallen, direkt vor dem Kauf ausgetauscht werden.“

Der Rahmen

Die Rahmenhöhe richtet sich nach der Schritt- und Oberkörperlänge des Fahrers. „Das Rad muss lang genug sein, damit man den Rücken nicht krümmen muss, aber kurz genug, um die volle Kontrolle über das Gefährt zu haben“, sagt der Experte. „Zudem muss man sicher absteigen können, ohne dem Oberrohr zu nahe zu kommen.“ Markenräder sind in verschiedenen Rahmenhöhen erhältlich, Baumarkträder oft nicht.

Die Reifen

Die Dicke allein entscheidet nicht. „Breite Reifen rollen nicht schlechter als schmale“, sagt René Filippek. „Profil und Druck sind entscheidend.“ Wer überwiegend auf Straßen fährt, setzt auf wenig profilierte Reifen. Für Feld- und Waldwege reicht ein moderates Profil, grobstollige Mountainbike-Gummis machen wirklich nur im Gelände Sinn. Sonst kosten sie unnötig Kraft.

Die Felgen

Stahl oder Aluminium – das ist hier die Frage. Stahlfelgen findet man nur noch an sehr günstigen Drahteseln. Wer langfristig etwas von seinem neuen Rad haben will, sollte zu Aluminium greifen. Am besten zu sogenannten Hohlkammerfelgen, die durch einen Zwischenboden stabiler sind. Schwergewichte und Reiselustige mit viel Gepäck sollten auf breite Felgen mit 36 Speichen setzen, die bringen Stabilität.

Die Bremsen

Beim Rad unterscheidet man in die Naben integrierte Bremsen (wie Rücktritt-, Rollen und Trommelbremse), Felgenbremsen (V-Brake und Seitenzugbremse) und Scheibenbremsen. Die meisten werden per Seilzug betätigt. Alternativ kann dies auch hydraulisch geschehen. In flachen Gegenden dürften in die Nabe integrierte Systeme ausreichen. Wer zügig fährt, Gepäck transportiert oder in hügeligen Regionen unterwegs ist, nutzt besser die kräftigeren Felgen- oder Scheibenbremsen.

Die Schaltung

Viel hilft viel – das gilt nicht bei der Anzahl der Gänge. Von 27 Schaltmöglichkeiten lassen sich laut ADFC oft nur 15 oder 16 nutzen. Alle anderen sind nahezu identisch oder nicht ratsam, weil die Kette durch starken Schräglauf zu schnell verschleißt. Auch die Art der Schaltung spielt eine Rolle. Für Sportler ist eine Kettenschaltung interessant, die vielfältige Anpassungsmöglichkeiten und vor allem gute Hilfe am Berg bietet. Je nach Einsatz muss man bei einer Kettenschaltung aber alle 3.000 bis 5.000 Kilometer einen Kettenwechsel einplanen. Das Alltagsrad läuft mit einer Nabenschaltung wartungsärmer.

Die Federung

Sie sorgt für Komfort und Fahrsicherheit, bringt aber Gewicht und Wartungsaufwand mit sich. Unbedingt den Händler fragen, wie das System gepflegt werden muss. „Günstige Federungen dämpfen oft schlecht und lassen sich nicht ausreichend auf Fahrergewicht und Wegbeschaffenheit einstellen“, sagt René Filippek. Die Ersteinstellung sollte der Händler vornehmen. „Fahrräder ohne Federungen, aber mit breiten Reifen sind oft komfortabler und fahren sich angenehmer.“

Die Beleuchtung

Wer oft radelt, setzt bei der Beleuchtung besser auf einen Dynamo statt auf einen Akku. So ist das Licht stets einsatzbereit. Leuchtdioden (LEDs) bevorzugen! „Die brennen nicht durch, haben quasi eine unbegrenzte Lebensdauer und die Helligkeit ist sehr gut“, sagt der ADFC-Experte. Wartungsarm und besonders praktisch ist ein Nabendynamo. Der funktioniert auch problemlos bei Regenwetter. Und viele Modelle sind schon mit einem Helligkeitssensor ausgestattet, sodass das Licht z.B. im Tunnel automatisch angeht. Nachteil: Der Nabendynamo arbeitet auch bei ausgeschaltetem Licht weiter, schluckt etwas Tretleistung. Bei hochwertigen Modellen ist der Anteil jedoch sehr gering – auch im Vergleich zu herkömmlichen Dynamos.

Die Ausstattung

Sportliche Radler können für ihre Trips im Gelände Schutzbleche, Kettenschutz und Gepäckträger vernachlässigen, für den Alltagsradler sollten sie unbedingt dazugehören. Ohne Schutzbleche und Kettenschutz leidet bei Regenwetter die Kleidung, für Taschen ist ein Gepäckträger unverzichtbar.

Das Zubehör

Zum jedem Drahtesel gehört ein gutes Schloss. Diebstahlsichere Varianten wiegen um die 1,5 Kilo und schlagen locker noch einmal zwischen 50 und 100 Euro zu Buche. Diese Kosten sollte man einplanen.

Mehr zum Thema:

73 Millionen Stück allein in Deutschlands Haushalten: Das Fahrrad, das vor 200 Jahren von Karl Freiherr von Drais erfunden wurde, hat sich zu einem Lifestyle-Produkt entwickelt. Und die Preise? Kennen kaum noch Grenzen.

Gemütlich radeln – und dabei interessante Städte und schöne Landschaften erleben? Das bieten Rad-Routen an Deutschlands Flüssen. Welche Strecken sich besonders lohnen, verraten wir Ihnen hier.

Radfahrer, aufgepasst! Jetzt wird’s mal wieder richtig Herbst – und damit Sie bis zum Frühling weiterhin auf der sicheren Seite fahren, sollten Sie Ihrem Drahtesel nun unbedingt wieder mehr Aufmerksamkeit und Pflege widmen.

Wie sind Radfahrer für andere am besten sichtbar? Kann ein Helm wirklich Unfallfolgen mindern? Und sind Abstandhalter an Kinderfahrrädern wirklich empfehlenswert? Wie sich Radfahrer mit wenig Aufwand vor Unfällen schützen.

Gibt es ein absolut sicheres Schloss gegen Fahrrad-Diebe? Und was sollte man bei der Versicherung des Vehikels unbedingt beachten? AKTIV hat für Sie einen Experten vom Bund der Versicherten gefragt.

Nicht nur Nässe und Kälte können Ihrem Fahrrad ordentlich zusetzen: Manchmal reicht schon der Winterschlaf in Garage oder Keller – und der Drahtesel sollte vorm erneuten Durchstarten im Frühling mindestens gründlich durchgecheckt werden.

Joggen ist gesund – und fast immer und überall in die Tat umsetzbar: Laufschuhe an und los! Aber dafür muss man erst mal die richtigen Schuhe haben! Wir haben einen Experten gefragt, worauf man beim Kauf unbedingt achten sollte.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang