Köln. Deutschland im Krisen-Modus: Das Coronavirus (Sars-CoV2) breitet sich aus, längst sind auch bei uns Hunderte Covid-19-Fälle aufgetreten. Das Bundesgesundheitsministerium spricht von einer Epidemie, Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) raten zu besonderer Vorsicht. Dabei gibt es ein paar ganz einfache Grundregeln, die jeder im Alltag beachten kann, um sich (und andere) zu schützen.

Reicht Seife zum Händewaschen oder braucht man ein Desinfektionsmittel?

Gründliches und regelmäßiges Händewaschen ist jetzt besonders wichtig – mindestens 20 Sekunden lang, mit warmem Wasser und Seife. Das genügt in den meisten Fällen, um sich im Alltag zu schützen. Ein Desinfektionsmittel ist nicht unbedingt nötig. Wer auf Nummer ganz sicher gehen möchte, sollte auf den Zusatz „viruzid“ achten – nur dann tötet das Mittel Viren wirksam ab.

Händeschütteln oder Abstand zu anderen Menschen halten?

Wer sich vor einer Ansteckung schützen will, kann sich an die Regeln halten, die jedes Jahr während der Grippe-Saison gelten: auf Hygiene achten – und Abstand zu Erkrankten halten. Denn Covid-19 wird wie eine Grippe über die Atemwege übertragen. Das Risiko, sich durch Tröpfchen aus Nase oder Mund anzustecken, ist also besonders hoch. Wichtig daher: beim Husten und Niesen von anderen abwenden und am besten ein Einweg-Taschentuch verwenden, dieses direkt entsorgen. Falls mal kein Taschentuch zur Hand ist: die Armbeuge benutzen. Und auch wenn es unhöflich wirken kann: Jetzt darf man ruhig mal aufs Händeschütteln verzichten!

Sollte man eine Atemschutzmaske tragen?

Nur wer selbst unter Husten oder Schnupfen leidet und andere nicht anstecken möchte, sollte laut RKI einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine Atemschutzmaske gesunde Menschen vor dem Coronavirus schützen könnte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann das Tragen so einer Maske sogar zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen – wodurch wirklich wichtige Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden.

Brauche ich jetzt eine Grippeschutzimpfung?

Das hört sich zunächst einmal unsinnig an, da die Grippeimpfung schließlich nicht vor dem Coronavirus schützt. Aber: Die Symptome einer Grippeinfektion unterscheiden sich zum Teil kaum von dem Krankheitsbild der neuen Virusinfektion. Wer über ausreichenden Grippeschutz verfügt, kann somit vermeiden, wegen einer normalen Grippe zu einem Coronaverdachtsfall zu werden. Das hilt einem selbst, aber auch Ärzten und Behörden.

Was tun, wenn man sich schlecht fühlt und vielleicht schon erkrankt ist?

Nicht direkt ins Krankhaus oder zum Arzt fahren! Lieber zu Hause bleiben und sich sofort telefonisch beim Hausarzt oder Gesundheitsamt melden.

Gibt es Medikamente, die gegen das Virus schützen?

Nein, es gibt keine frei verkäuflichen speziellen Medikamente gegen das neue Virus. Antibiotika helfen ohnehin nicht. Und ein Impfstoff wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Auch von „wunderheilenden“ Hausmitteln rät die WHO dringend ab. Weder Vitamin C noch Kräutertees oder Knoblauch schützen wirksam.

Aktuelle Informationen, erste Anlaufstelle

  • Solide Infos über das Virus Covid-19 stellt die Weltgesundheitsorganisation auf Englisch bereit: who.int
  • Das Robert-Koch-Institut in Berlin informiert stets aktuell über die genaue Lage in Deutschland: rki.de
  • Im Verdachtsfall den Hausarzt kontaktieren – und das örtliche Gesundheitsamt, Adresse unter: tools.rki.de/PLZtool