Mainz. Der Abschluss eines Bausparvertrags kann auch in Zeiten extrem niedriger Bauzinsen sinnvoll sein. Etwa für Besitzer von älteren Immobilien, die davon ausgehen müssen, dass irgendwann teure Arbeiten anstehen: das Dach, die Fassade, die Heizung – da kann eine Sanierung schnell ziemlich viel Geld kosten.

„Und die Konditionen für ein kleines Darlehen bis zu 50.000 Euro sind bei der Bank oft deutlicher schlechter als die Konditionen für einen hohen Kredit zur Immobilienfinanzierung“, warnt Josephine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Zudem könnten die Zinsen insgesamt in zehn Jahren viel höher sein als jetzt. Also sorgt der Eigenheimer sinnvollerweise vor, um nicht plötzlich auf einen teuren Bankkredit angewiesen zu sein.

Die Verbraucherschützerin verweist da auf eine Faustregel des Verbands privater Bauherren: Demnach sollte man pro Monat 1 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zurücklegen.

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Nun muss man recht diszipliniert sein, um jeden Monat so viel Geld beiseitezulegen – und es lange liegen zu lassen … Zudem sind die Guthabenzinsen derzeit sehr niedrig. Damit ist ein Bausparvertrag eine gute Alternative: „Dort gibt es zwar auch kaum Geld fürs Guthaben“, sagt Holzhäuser. Und die Abschlussgebühr – üblich sind bis zu 1,6 Prozent der Bausparsumme – ist so hoch, dass man sie über die Guthabenverzinsung meist nicht wieder hereinbekommt. „Aber erstens ist man sozusagen gezwungen, regelmäßig Geld einzuzahlen“, sagt die Expertin, „zweitens ist das Bauspardarlehen nach der Zuteilungsreife konkurrenzlos günstig – das macht die fehlende Verzinsung wett.“

Drittens bekommen Normalverdiener auf Antrag die staatliche Wohnungsbauprämie für ihre Bausparleistungen. So kann zum Beispiel ein Ehepaar pro Jahr rund 90 Euro Prämie mitnehmen, wenn es weniger als 51.200 Euro zu versteuerndes Einkommen hat (der Bruttoverdienst kann deutlich höher sein).

Viertens kann es für Eigentümer, deren Haus noch nicht abbezahlt ist, schwierig werden, einen zusätzlichen Kredit für die Modernisierung aufzunehmen. Dieses Problem lässt sich mit dem Bausparvertrag umgehen.

Fünftens werden Beträge bis etwa 30.000 Euro von Bausparkassen meistens nicht ins Grundbuch eingetragen. Also entfallen die entsprechenden Kosten für Notar und Behörde.

Wer sich für den Bausparvertrag entscheidet, sollte ein konkretes Sparziel vor Augen haben. „Selbst wenn heute im Haus alles tipptopp ist, muss man damit rechnen, dass beispielsweise in 15 bis 20 Jahren eine neue Heizung fällig wird“, betont Holzhäuser. Dafür sind dann leicht bis zu 10.000 Euro nötig. Für solche absehbar teuren Vorhaben sucht sich der Eigentümer also schon frühzeitig einen passenden Bauspartarif und beginnt, einzuzahlen. „Hat man das tarifliche Mindestguthaben von in der Regel 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht, sollte man die Einzahlungen stoppen“, empfiehlt die Fachfrau. So ist garantiert, dass man die höchstmögliche Darlehenssumme von 50 bis 60 Prozent zu sehr guten Kreditkonditionen ausgezahlt bekommt.

„Alternativ gibt es auch Produkte mit Wahlzuteilung“, sagt Holzhäuser. „Dabei wird vertraglich vereinbart, dass beispielsweise nach einer Frist von zwei Jahren das Darlehen jederzeit beantragt werden kann.“ Diese Flexibilität hat allerdings auch Nachteile: Bei einer früheren Zuteilung bekommt der Bausparer entweder einen niedrigeren Kredit als bei der Normalzuteilung – oder er muss dann monatlich einen höheren Tilgungsbetrag bezahlen.