Köln. Was man heute so alles abonnieren kann: Zeitschriften sowieso, Streamingdienste wie Netflix oder Spotify, sogar Rasierklingen. Seit Kurzem geht auch das – Autos abonnieren! Ganz unkompliziert, für ein paar Wochen oder Monate!

Eine ganze Reihe von Anbietern, meist kleine Start-ups, buhlen auf dem noch jungen Feld der Auto-Abonnements bereits um die Gunst der Kunden. Der Kern des Geschäftsmodells ist simpel: Man sucht sich ein Auto aus und zahlt eine monatliche Abogebühr, in der bis aufs Benzin alles enthalten ist. Zielgruppe: Autofahrer, die zwar ganz gern einen Neuwagen fahren wollen, aber den hohen Anschaffungspreis ebenso scheuen wie lange Laufzeiten bei Leasingverträgen. Oder die einfach alle paar Monate einen anderen fahrbaren Untersatz unterm Hintern möchten.

Keine Kosten für Zulassung, Versicherung oder Wartung

Das Angebot scheint einen Nerv zu treffen. Laut einer Studie der Nürnberger Marktforschungsfirma Puls zeigt aktuell jeder dritte Autokäufer prinzipiell Interesse am neuen Nutzungsmodell. Im Januar war es lediglich jeder fünfte. „Die Akzeptanz für Auto-Abos wächst rasant“, bilanziert Puls-Geschäftsführer Konrad Weßner.

Und auch andere Branchen-Experten trauen Auto-Abos mittlerweile einiges zu. „Vielen Autofahrern geht es heute nicht mehr um den Besitz eines Fahrzeugs, sondern um Mobilität, Bequemlichkeit und Flexibilität“, sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Research an der Fachhochschule in Bergisch Gladbach. Im Klartext: Nutzen statt kaufen.

Steuern, Versicherung und Wartung sind inklusive

Genau darauf setzen Anbieter wie Vive la Car, Like2Drive, Cluno oder der Vermietungsriese Sixt, der ebenfalls seinen Hut in den Auto-Abo-Ring geworfen hat. Die für den Kunden anfallenden Kosten sind vorher klar, anders als beim Leasing gibt es auch keine Anzahlung oder Schlussrate.

Und: Mit lästigen Autobesitzer-Pflichten wie Zulassung, Versicherung, Wartung oder saisonalem Reifenwechsel haben Abonnenten nichts am Hut, alles wird vom Anbieter übernommen. Auch müssen sich Abonnenten weder vor der Entscheidung für ein Fahrzeug mit mönchischer Versunkenheit in Autoprospekte vertiefen noch sich am Ende der Nutzung um einen lästigen Gebrauchtauto-Verkauf kümmern. „Die wichtigsten Merkmale aus Sicht unserer Kunden sind Preissicherheit und Flexibilität“, sagt auch Cluno-Gründer Nico Polleti.

Konkrete Zahlen über abgeschlossene Abo-Verträge lässt sich derzeit zwar noch kein Anbieter entlocken. Cluno-Boss Polleti aber verrät anderweitig Interessantes: So würden Cluno- Kunden derzeit viermal häufiger Elektroautos und innovative Technologien buchen als der Gesamtmarkt. Branchenexperten deuten das als Beleg, dass Auto-Abos für von Diesel-Diskussion und dem bevorstehenden Wandel hin zur E-Mobilität verunsicherte Kunden eine Art risikofreie Übergangslösung darstellen könnten.

Abonnenten schauen nicht nur auf den Preis

Bleiben die Kosten. Und zumindest auf den ersten Blick erscheinen Auto-Abos da nicht unbedingt als Schnäppchen. Eine aktiv-Recherche ergab: Kleinwagen lassen sich derzeit ab etwa 220 Euro Monatsgebühr abonnieren. Für einen familientauglichen Van werden rund 350 Euro fällig, für einen Oberklasse-BMW müssen monatlich rund 1.300 Euro einkalkuliert werden.

Im Vergleich zu Leasing oder klassischem Autokredit ist das Abo also nicht unbedingt die günstigere Alternative. Doch die meist der „Generation Netflix“ entstammenden Interessenten scheint das kaum zu stören. So ist laut Puls-Studie jedem Vierten die Zeitersparnis und Einfachheit im Vergleich zum klassischen Autokauf durchaus einen Aufpreis wert. Und fast die Hälfte der Befragten gab an, für die Möglichkeit eines flexiblen Wechsels zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen gern mehr zahlen zu wollen.

Hier gibt es die Flatrate für Autos

Cluno.de Großes Fahrzeugangebot. Abo-Dauer ab sechs Monate.

Like2drive.de Vermittelt nur Neufahrzeuge. Abo-Dauer ab sechs Monate.

Sixtflat.com Vergleichsweise teuer, aber komfortabel. Monatlich kündbar. Flexible Wechsel möglich.

Vivelacar.de macht’s etwas anders. Das Start-up vermittelt Neuwagen und junge Gebrauchte aus dem Vertragshandel.