Berlin. Wenn der Bezirksschornsteinfeger das nächste Mal ins Haus kommt, wird so mancher eine Überraschung erleben: Anschließend prangt nämlich ein bunter amtlicher Aufkleber auf dem Heizkessel.Dieses Label verrät fortan jedem auf Anhieb, wie (in-) effizient die Heizung ist.

Auf dem Aufkleber finden sich Energieklassen von „A++“ bis „E“. Man kennt das etwa von Waschmaschinen oder Fernsehern. Die Klebe-Aktion ist kostenlos, obendrein gibt’s Informationsmaterial mit Tipps zum Austausch der Heizung und Hinweisen auf staatliche Förderprogramme.

Für Heizungseigentümer und -mieter ist das eine verbindliche Maßnahme. Was seit 2016 möglich war, ist seit Anfang 2017 gesetzliche Pflicht: „das nationale Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen, das die Verbraucher zum Austausch ihrer ineffizienten Heizkessel motivieren soll“ – so erklärt es das Wirtschaftsministerium.

17 Jahre haben Heizgeräte im Schnitt auf dem Buckel

Es geht also darum, die Energiewende bei Wohngebäuden etwas voranzubringen. Dazu muss man wissen: Im Schnitt sind Heizgeräte in Deutschland über 17 Jahre alt, ein Drittel ist älter als 20 Jahre.

Solche veralteten Kessel benötigen oft derart viel Energie, dass sich ein Austausch für den Besitzer schnell rechnen würde. Um darüber aufzuklären, übernimmt der Staat nicht nur die Kosten für die Label-Pflicht-Aktion (laut Gesetzentwurf: 63 Millionen Euro bis 2023). Das Ministerium druckt zum Beispiel auch Info-Flyer, informiert im Web auf Seiten wie bmwi.de/heizungsetikett oder machts-effizient.de und beantwortet Fragen per Hotline, die unter 0800-0115000 erreichbar ist.

Es gibt auch eine amtliche App namens „Heizlabel“. Mit ihrer Hilfe soll man herausfinden können, wie effizient der eigene Kessel ist.