Nässe, Glätte und Co. sind kein Grund, um das Fahrrad nicht mehr zu nutzen. Denn Bewegung tut bei jedem Wetter gut. Doch im Herbst und Winter brauchen die Drahtesel mehr Pflege als in den sonnigen Monaten, damit man sicher in die Pedale treten kann.

In der folgenden Bilderstrecke finden Sie zehn Tipps, worauf Sie bei der Fahrradpflege besonders achten sollten:

1. Licht checken

Foto: Fotolia

Wenn die Tage kürzer werden oder graue Wolken die Sonne verdecken, sind Radler leichter zu übersehen. Deshalb gilt der erste Blick beim Herbstcheck dem Licht. Der Tüv Rheinland rät, alte Glühbirnen durch LED-Leuchten zu ersetzen. Die bringen mehr Leistung – der Radler kann mehr sehen und wird auch besser von anderen wahrgenommen. „Ein LED-Rücklicht mit Standlicht und LED-Frontscheinwerfer – im besten Fall auch mit Standlicht und einer Sensorautomatik, die bei widrigen Lichtverhältnissen automatisch das Licht einschaltet – sorgen dafür, dass man als Radfahrer gut gesehen wird“, sagt Isabelle Klarenaar vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC NRW). „Auch Reflektoren bringen mehr Sichtbarkeit und damit Sicherheit.“ Vor Herbstanfang sollte man daher noch einmal kontrollieren, ob alle Reflektoren am Rad unbeschädigt sind. Sind sie über den Sommer schmutzig geworden, sollte man sie reinigen. Wer noch mit einem Seitenläufer-Dynamo fährt, sollte sich jetzt einen Umstieg auf einen Nabendynamo überlegen. „Nabendynamos sind so leichtgängig, dass man sie praktisch nicht spürt“, so die Expertin. „Außerdem funktionieren sie bei jedem Wetter, in jeder Jahreszeit.“ Das ist vor allem wichtig, wenn die Fahrbahn durch Laub – und später im Jahr durch Schnee – glatt ist. Die Umrüstung kostet circa 100 Euro.

2. Bremsen prüfen

Foto: Fotolia

Die Bremsen müssen in der nassen Jahreszeit gut funktionieren. Gerade Felgenbremsen haben bei Nässe nämlich einen längeren Bremsweg. „Deshalb unbedingt vor Herbstbeginn die Bremsbeläge prüfen und frühzeitig wechseln“, sagt Isabelle Klarenaar. „Bremsklötze müssen spätestens getauscht werden, wenn die Querrillen nicht mehr deutlich zu erkennen sind oder sich eine Kante eingebremst hat.“Bei Matsch und Schnee schreitet der Verschleiß extrem voran. Dann sind Bremsen, die im Sommer noch okay waren, ganz schnell runtergefahren. Laut Tüv Rheinland sind hydraulische Bremsen durch Kälte am wenigsten beeinträchtigt. Auch die Bremszüge sollte man kontrollieren.

3. Fahrradkette reinigen und schmieren

Foto: Fotolia

Vor allem im Winter leidet die Fahrradkette. „Da hilft nur regelmäßige Pflege“, so die ADFC-Expertin. „Reinigen und Schmieren sind also das A und O.“ Am besten schmiere man die Kette mit Kettenöl oder Kettenfließfett ein, indem man dieses auf die Innenseiten der Laschen gebe – das sind die äußeren, flachen Verbindungselemente, die die übrigen Kettenglieder zusammenhalten. „Dann dreht man die Pedale, damit sich das Öl verteilt und wischt gleichzeitig den Überschuss ab.“Am besten synthetisches Kettenöl – für circa 5 Euro im Fachhandel – nutzen und sparsam auftragen. Wenn Öl auf Reifen oder Felgen tropft, greifen die Bremsen nicht mehr richtig – also: sorgsam vorgehen.

4. Weitere bewegliche Teile schmieren

Foto: Fotolia

Schmieren sollte man nicht nur die Kette, sondern alle beweglichen Teile – also auch etwa Lenker beziehungsweise Lenkstange, Klingelhebel, Bremszüge und Gepäckträger. Nur so sind sie gut vor der Nässe, Matsch und Streusalz geschützt. Den Schmierservice übernehmen auch Fahrradwerkstätten gegen eine geringe Gebühr. So muss man sich nicht selbst die Finger schmutzig machen.

5. Gangschaltung nachjustieren

Foto: Fotolia

Auch die Schaltung muss in Herbst und Winter reibungslos funktionieren. Gibt es Probleme beim Gangwechsel auf rutschigem Untergrund, ist ein Sturz oft vorprogrammiert.Auch von der Gangschaltung muss der Schmutz entfernt werden. Hier wirkt ein wenig Öl Wunder.

6. Schutzbleche prüfen beziehungsweise anmontieren

Foto: Fotolia

Gerade im dicken Matsch oder bei Schnee sorgen Schutzbleche nicht nur dafür, dass Ihre Klamotten sauber bleiben: Sie verhindern auch, dass zu viel Schmutz ans Rad kommt. Wer keine Schutzbleche hat, sollte für Herbst und Winter welche anbringen, dann hat man länger Freude am Drahtesel.Bleche zum Nachrüsten gibt es ab 15 Euro. „Bei der Montage sollte man darauf achten, dass genügend Abstand zum Reifen bleibt, denn sonst blockieren die Räder schnell, wenn sich Schnee und Matsch im zu engen Zwischenraum ansammeln“, sagt Isabelle Klarenaar.

7. Sattel absenken

Foto: Fotolia

Kommen Sie gut mit den Füßen auf den Boden, wenn Sie im Sattel sitzen? Falls nicht, sollten Sie das spätestens für den Herbst und Winter ändern.„Denn dann kann es schon mal kippelig werden, und man braucht den schnellen Bodenkontakt“, sagt Isabelle Klarenaar. „Im Zweifelsfall lieber den Sattel etwas absenken.“

8. Reifen optimieren

Foto: Fotolia

„Die Reifen sollten über genügend Profil verfügen, auf keinen Fall porös oder rissig sein“, sagt Isabelle Klarenaar. Durch Minustemperaturen und Nässe können sie nämlich weiter beschädigt werden. Da man bei Nässe oder Eisglätte mehr Halt auf der Fahrbahn braucht, kann der Luftdruck der Reifen im Herbst und vor allem im Winter bis auf den Mindestdruck – dieser ist auf der Reifenflanke angegeben – abgesenkt werden. „Dann liegt der Reifen mit einer größeren Fläche auf der Fahrbahn, das sorgt für mehr Haftung.“Einige Hersteller bieten spezielle Fahrrad-Winterreifen an. „Diese sind bei Schnee und Eis auch empfehlenswert“, sagt Klarenaar. Einige Modelle sind mit Partikeln aus Siliziumkarbid besetzt, die der Lauffläche eine besondere Rauheit verleihen. Andere setzen auf kleine Metallstifte in den Reifen. Mit den sogenannten Spikes hat man auch bei Glatteis genügend Halt.

9. Regelmäßig reinigen

Foto: Fotolia

Für alle, die die Lebensdauer ihres Drahtesels verlängern wollen, gilt im Herbst und Winter: Nach jeder Tour bei Nässe, durch Matsch oder Schnee sollte das Rad gereinigt werden. Schmutz, Split und Streusalz setzen dem Material zu, sorgen für Rost und Kratzer. Wer nicht reinigt, verkürzt die Lebensdauer seines Drahtesels.„Zur Reinigung eignen sich diverse Fahrrad-Shampoos“, sagt die Expertin. „Danach mit viel Wasser abspülen und mit einem saugfähigen Lappen trocken reiben. Den Rahmen hinterher mit Pflegeöl einsprühen, kurz einwirken lassen und verteilen.“

10. Die richtige Kleidung

Foto: dpa

Nicht nur das Rad, sondern auch der Radler muss herbst- und winterfit sein. Die ideale Kleidung in der dunklen Jahreszeit ist hell und schützt vor Wind und Nässe. Die beste Sichtbarkeit gewährleistet Reflektor-Kleidung. Atmungsaktiv sollten die Klamotten auch sein, schließlich entwickelt der Körper beim Radeln Eigenwärme.„Kapuzen sollten sich auf die Kopfgröße einstellen lassen, damit die Sicht beim Umdrehen nicht eingeschränkt wird“, rät Isabelle Klarenaar. Handschuhe sollten warm und wasserabweisend sein, aber dennoch genügend Gefühl zum Schalten und Bremsen lassen.