Die Zeit der rein digitalen Berufsorientierung ist vorbei – „echte“ Firmenbesuche und Praktika sind ebenso wieder möglich wie der Besuch des M+E-InfoTrucks. Einer dieser doppelstöckigen Brummis der Metall- und Elektro-Industrie stand Anfang Mai für eine Woche auf dem Hof des Kaltenkirchener Unternehmens Wiska Hoppmann, und mehr als 200 Jugendliche nutzten die Möglichkeit, um sich aus erster Hand über Ausbildung und berufliche Möglichkeiten zu informieren.

Auch die Klasse 8f der Gemeinschaftsschule Auenland aus Bad Bramstedt besuchte den Mittelständler, der Installationsmaterial, maritimes Licht und Videoüberwachungstechnologie produziert und weltweit verkauft. In zwei Gruppen erkundeten die Jugendlichen den InfoTruck und die Produktion.

Praktische Übungen an der CNC-Fräse

In dem Lkw erklärte Wiska-Azubi Maximilian Jacobs zunächst den Betrieb und stellte die Berufe vor, die man hier erlernen kann. Danach erwarteten die InfoTruck-Betreuer Rainer Zellmer und Andreas Gritzmann die Gruppe mit der CNC-gesteuerten Fräsmaschine und dem kollaborativen Roboter „Herbert“.

„Wer will die CNC-Fräse programmieren?“, fragt Zellmer und sofort fliegen die Finger in die Luft. Sven, Fynn und Greta sind mit Eifer bei der Sache und stellen am Display die Werte für das Koordinatensystem der Fräse ein. Am Ende können die Schüler, die im Herbst in die neunte Klasse kommen, ein Schild mit einer eingefrästen „9f“ mitnehmen.

„Gut, dass solche Events wieder möglich sind!“

Nach 45 Minuten wechseln die Gruppen, Jacobs führt die Schüler in die Produktion. Dort stehen große Maschinen, die aus Kunststoffgranulat Kabelverschraubungen, Abzweigkästen, Verbindungsstücke, Steckdosen und Schalter herstellen. Fast 40 dieser Spritzgussautomaten stehen derzeit in dem 2019 neu gebauten Werk.

Wiska-Chef Ronald Hoppmann findet es gut, dass Schüler wieder den Betrieb besichtigen dürfen. „Es ist wirklich gut, dass solche Events wieder möglich sind! Während der Pandemie ging das ja leider nicht.“

Nachwuchsförderung hat einen hohen Stellenwert

Personalleiterin Ines Jensen betont, dass sich das schleswig-holsteinische Familienunternehmen in der sozialen Verantwortung sieht, jungen Leuten eine berufliche Perspektive zu bieten. „Nachwuchsförderung und Berufsorientierung sind für uns eine langfristige Aufgabe. Deshalb halten wir auch engen Kontakt zu den Schulen der Region.“

In diesem Zusammenhang lobt sie die gute Zusammenarbeit mit dem „Kompetenzzentrum Karriere Dual Norderstedt“. Der Verein vernetzt Schulen mit Unternehmen. „Er hat auch diese Aktion unterstützt“, sagt Jensen.

Auch HPS war mit einem Infostand dabei

Auch Michael Grenz, Geschäftsführer von Hanseatic Power Solutions (HPS), ist dem Verein eng verbunden. HPS produziert in Norderstedt Steuerungsanlagen für den Energiebereich und hat sich an der Aktionswoche mit einem Infostand im Pausenzelt beteiligt.

Dort endet für die Schüler gegen Mittag der Ausflug in die M+E-Welt bei einem gemeinsamen Spaghetti-Essen. „Vielleicht“, so hofft Ines Jensen, „sehen wir die eine oder den anderen demnächst im Praktikum wieder.“

Aktueller Blick in norddeutsche Betriebe